Dürfen Jäger wildernde Hunde erschießen?

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Gefragt 24, Mär 2006 in Allgemeines Tierforum von Anonym
Einfach unglaublich was in Deutschland passiert.

Hier mal ein Beispiel das mich an der Intelligenz vieler Menschen zweifeln lässt. Der Artikel stammt aus dem Internet von der Seite der Bild.

Roswitha H. ging mit ihren drei Labradorhunden spazieren. Auf einem Feldweg, wo sie die Hunde dann auch frei laufen lies. Nur Blanka lief neben ihr, weil sie krank war und nicht so laufen konnte. Plötzlich stand ein Mann aus der örtlichen Jagdbruderschaft vor ihr und meinte sie solle die Hunde anleinen. Gerade als sie dies bei Blanka tun wollte und sich schon über die Hündin gebeugt hatte, legte er seine Waffe auf Blankas Hals und drückte ab. Die Hündin starb qualvoll auf dem Feld weg.
Sie erstattete Anzeige. Er behauptete von den Tieren angegriffen worden zu sein und schaltete seinen Anwalt ein. Ob allerdings die Anschuldigen des Mannes korrekt sind bleibt zu bezweifeln, da Blanka in der Hundeschule war und auch als Begleithündin ausgebildet wurde.
Die Staatsanwaltschaft Paderborn kümmert sich bereits um diesen Fall.

Ich finde es grausam, das manche Menschen so durchdrehen können. Was hat ihnen ein Hund getan der ein wenig Freilauf möchte?

hier noch der Link zum originalen Artikel: Link zur Bild-Zeitungsseite

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51 Antworten

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Beantwortet 24, Mär 2006 von Martina (11,860 Punkte)
Ich genieße diesen Artikel mit Vorsicht.
Manches mal mußten solche Schauergeschichten relatviert werden.

Sollte es (leider) stimmen, hoffe ich, das der Täter bis zur Höchststrafe verurteilt wird.

Was nicht soviel sein wird, weil er *nur* wegen Sachbeschädigung und
Verstoß gegen das Tierschutzgesetz angeklagt ist.
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Beantwortet 24, Mär 2006 von Anonym
Mir wurde vor ein paar Wochen auch eine ähnliche Geschichte erzählt, nur mit einer Taube.

Die saß auf dem Boden, weil sie gerade erst flügge war und ein Mann hat sie getreten, weil er dachte die hätte die Vogelgrippe. :rolleyes:

Die Taube musste eingeschläfert werden, weil sie die Hüfte und Beine gebrochen hatte, außerdem waren die Nerven an den Beinen gerissen.

Menschen die soetwas machen suchen sich doch einfach nur schwächere aus, die sie dann quälen können, weil sie Spaß daran haben.

Bei der Bild bin ich natürlich auch immer etwas skeptisch, aber wenn das mit dem Hund stimmt ist es wirklich traurig, dass der Mann laut Gesetz nicht wirklich hart bestraft werden kann. Hoffentlich ändert sich das noch irgendwann.
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Beantwortet 24, Mär 2006 von Anonym
Naja kenne das aber auch das es laut Strafgesetzbuch auch den Tatbestand Tötung von Wirbeltieren gibt. Das müsste meiner Meinung nach auch noch dazukommen.
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Beantwortet 24, Mär 2006 von Anonym
Ich bin bei Bild immer skeptisch weil es sich so hingedreht wird dass ne Sensation draus wird.

Bei uns ist vor 10 Jahren mal so eine Sache passiert .
Wir haben eine Hündin an Freunde vermittelt und sie war noch nicht ganz eingewöhnt da ist sie über den Balkon rausgehopst und im ersten Schreck weggerannt.

Die Leute haben dann wirklich mit Funk und Fernsehen und Zeitungen gesucht wie verückt.

Es haben sich Zeugen gemeldet die widersprüchliche Infos gegeben haben und die Halter des Hundes waren schon ganz kirre und haben nach Monaten aufgegeben zu suchen.

Als vor ein paar Jahren ihr Bruder zu Besuch war der abends noch in der Ortskneipe was holen wollte, hat er zufällig mitbekommen dass der Jägerstammtisch, sich lauthals amüsiert hat wie sie damals den großen weißen Hund erlegt und verschwinden ließen.

Sie fanden das saukomisch die Leute so an der Nase rumzuführen.

Er hat das seiner Schwester erzählt und gesagt dass er sofort an die Hündin dachte, aber es ist solange her und man kann nichts beweisen er weiß ja nicht mal wer die Leute waren die sich darüber ausgelassen haben.

8o
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Beantwortet 24, Mär 2006 von Anonym
Jap ich weiß auch das die Bild nicht unbedingt die Zeitung ist der man glauben sollte. Aber manchmal haben sie auch schon Sachen geschrieben die sonst nie rausgekommen wären.

Ich denke mal was da genau passiert ist, wird die Staatsanwaltschaft ermitteln und vielleicht hört man nochmal was davon man wird sehen.
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Beantwortet 24, Mär 2006 von Anonym
Original von Katie
Als vor ein paar Jahren ihr Bruder zu Besuch war der abends noch in der Ortskneipe was holen wollte, hat er zufällig mitbekommen dass der Jägerstammtisch, sich lauthals amüsiert hat wie sie damals den großen weißen Hund erlegt und verschwinden ließen.

Sie fanden das saukomisch die Leute so an der Nase rumzuführen.


Und da wundern sich manche Jäger wirklich noch, warum die nicht zu den beliebtesten Leuten gehören?

Natürlich machen die auch nützliche Sachen, und nicht alle knallen Haustiere ab, aber wenn man solche Sachen hört ist das halt nicht sehr förderlich.
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Beantwortet 24, Mär 2006 von Anonym
Das stimmt. An sich machen Jäger ja auch nur ihre Arbeit. Aber ich mag zum Beispiel auch diese Treibjagden nicht.
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Beantwortet 25, Mär 2006 von Bacardi (15,560 Punkte)
Original von makki85
Aber ich mag zum Beispiel auch diese Treibjagden nicht.


Hallo makki,

Darf ich mal fragen, was Du unter "diesen Treibjagden" verstehst und warum Du die nicht magst?
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Beantwortet 25, Mär 2006 von Anonym
Naja wenn ich richtig in meiner Annahme liege, werden die Tiere dort doch erst durch den halben Wald gejagt, bevor sie geschossen werden. Oder irre ich mich da jetzt? Denn das finde ich grauenvoll, sowas zu tun. Sicherlich muss man drauf achten das nicht zuviele Tiere im Wald sind okay, aber dann soll man sie normal töten und nicht erst noch ewig jagen.
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Beantwortet 25, Mär 2006 von Bacardi (15,560 Punkte)
Hallo makki,

nein, bei den Treibjagden werden die Tiere nicht erst durch den halben Wald gejagt um dann erst geschosen zu werden. Bei den Ansitz-Drückjagden (im Prinzip Treibjagden auf Schalenwild, also z.B. Wildschweine und Rehe - Treibjagd nennt man eigentlich nur die Jagd mit mehreren Jägern z.B. auf Hasen - im Endeffekt ist es aber eigentlich das gleiche) sitzen die Schützen auf Ansitzen oder Drückjagdleitern, die an den Wechseln des Wildes postiert sind. Wenige Treiber gehen zum Teil mit Hunden durch die Dickungen und versuchen das Wild dort rauszudrücken. Das Wild springt dabei meist flüchtig weg, wird aber sehr schnell wieder ruhiger und zieht ruhig auf seine normalen Wechsel um zum nächsten Einstand (so nennt man quasi den Raum, wo das Wild lebt, also z.B. eine bestimmte Dickung etc.) zu gehen. Dabei geht es an dem Schützen vorbei, der das Wild nach Alter, Konstitution und Geschlecht ansprechen kann und gegebenenfalls dann schießt.

Der Vorteil einer solchen Jagdart liegt u.a. darin, daß die Abschußpläne (es gibt festgelegte Zahlen, wieviel Wild wo geschossen werden muß um eine gesunde und tragbare Wilddichte zu haben) oft an einem Tag erfüllt werden können. Das bedeutet, daß das Wild die restliche Zeit des Jahres mehr oder weniger in Ruhe leben kann und der Jagddruck gering bleibt. Für das Wild viel störender wäre es, wenn ein Jäger Tag für Tag oder mehrere Male in kurzer Zeit im Wald rumspukt um hier mal ein Rehlein zu schießen und da mal ein Schweinchen zu bekommen. Es gibt Reviere, wo kaum noch Wild vorkommt, weil die Reviere regelrecht leergepirscht wurden, Daß dort also eine so stetige Unruhe war, daß das Wild abwandert.

"Laute" Spaziergänger sind für das Wild übrigens viel berechenbarer (weil viel besser zu orten), als ein Spaziergänger, der mucksmäuschenstill durch den Wald schleicht, hier mal stehenbleibt, da mal guckt. Bei dem lauten gehen sie ein paar Meter weg und lassen die Person einfach vorbeigehen, die leisen sind unberechenbar und bedeuten für das Wild Gefahr.
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Beantwortet 25, Mär 2006 von Martina (11,860 Punkte)
Das hast du gut erklärt ,Dagmar.

Und ein Jäger ist ja auch ein Heger des Waldes.

Ich bin eigentlich auch leise gewesen, wenn ich Waldtiere gesehen habe.
Lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.
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Beantwortet 26, Mär 2006 von Anonym
Hallo

danke an Dagmar für die tolle Erklärung. Ziehe somit meine Meinung über Treibjagden zurück. Mag am TV liegen wo man das mit den Hunden ja so sieht. Zum Beispiel bei Fuchsjagden. Und das die Hunde die Tiere so jagen ist schlimm. Das was du beschrieben hast, ist ja ok.
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Beantwortet 26, Mär 2006 von Bacardi (15,560 Punkte)
Hallo,

die Hetzjagd ist nach §19 BJG (Bundesjagdgesetz) verboten.

Die Hunde, die bei Treibjagden dabei sind, sind Hunde, die meist deutlich langsamer als das Wild sind und Wild nur ein Stück aufscheuchen, auch mal einige Meter verfolgen aber dann sehr bald wieder vom Wild ablassen, weil sie genau wissen, daß sie gesundes Wild nicht bekommen können. Für die Jäger ist ein spurlauter Hund (also ein Hund, der auf einer Spur eines Wildtieres bellt und diese ein Stück bellend verfolgt) sehr hilfreich, weil er hören kann, von wo vermutlich Wild anwechseln wird.

Eine richtige Hetze gibt es meines Wissens nur, wenn ein verletztes/angeschossenes Tier gesucht wird. Wenn man das Tier gefunden hat, es also gesehen hat oder das letzte "warme Wundbett" (das ist die Stelle, an der sich das Tier zuletzt hingelegt hat bevor es wieder aufgescheucht wurde) gefunden hat, wird der gut eingearbeitete Hund von der Leine gelassen. Seine Aufgabe ist es, das verletzte Tier schnell aufzuspüren und dann so zu hetzen, daß es möglichst schnell keine Kraft mehr hat zu fliehen sondern "sich stellt". Das bedeutet, daß sich das Tier umdreht und versucht sich gegen den Hund zu verteidigen. Der Hund darf nicht zu nah an das Tier drankommen oder es beißen (dabei ist auch die Verletzungsgefahr für den Hund sehr hoch), er springt mit Sicherheitsabstand um es herum, so daß es nicht wegkann und bellt ständig dabei, so daß der Jäger hört, daß das Tier gestellt ist. So kann er schnell zu der Stelle kommen und das Tier erschießen.
Da Rehe sich nicht dem Hund stellen sondern ihr Glück nur in der Flucht suchen, braucht man, wenn man verletzte Rehe nachsucht, einen Hund, der das Reh fängt, zu Boden zieht und mit einem gezielten Kehlbiß schnell tötet.

Ohne Hunde wäre es den Menschen unmöglich, an die verletzten Tiere dranzukommen. Oft würde das für die Tiere einen langsamen und qualvollen Tod bedeuten, grade wenn nicht direkt lebenswichtige Organe verletzt sind.
Ein Tier mit gebrochenen Beinen oder einem gebrochenen Kiefer würde irgendwann elendig an Infektionen eingehen, von Fliegenmaden aufgefressen werden oder langsam verhungern. Solche Verletzungen entstehen oft bei Verkehrsunfällen, können aber natürlich auch im Jagdbetrieb vorkommen.

Ich denke, daß man unter diesen Gesichtspunkten eine kurze, gekonnte Hetze durchaus vertreten kann (bzw. nicht auf sie verzichten kann) und diese im Sinne des Tierschutzes ist, um dem verletzten Tier unnötige Qualen zu ersparen.
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Beantwortet 26, Mär 2006 von Anonym
Hallo Dagmar,

gegen das was du mit der Hetze geschrieben hast, ist absolut nix einzuwenden. Das ist ja auch für das Tier dann besser als sich zu quälen.
Nochmals Danke und man lernt ja nie aus.
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Beantwortet 26, Mär 2006 von Anonym
Das Töten von Wirbeltieren ist dem Jäger (mit Jagderlaubnis) nicht verboten. Ganz im Gegenteil. Er darf, denn er hat fachgerechtes Töten gelernt.
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Beantwortet 26, Mär 2006 von Anonym
Hallo Tintinell,

mir ging es bei dem Töten von Wirbeltieren eher um das erste mit dem Hund was ganz oben steht. Nicht um Rehe oder so. Das ist ja was anderes.
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Beantwortet 26, Mär 2006 von Anonym
Mir ging es um den "Tatbestand der Tötung von Wirbeltieren". Diesen Tatbestand gibt es für einen Jäger nicht einfach so. Darum ging es mir. Und - ganz btw - ein Jäger darf auch Hunde oder Katzen töten.
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Beantwortet 26, Mär 2006 von Anonym
Ja ich weiß, aber doch nur wenn sie streunen oder das Wild angehen und nicht einfach so, wenn man mit seinem Hund spazieren geht oder?
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Beantwortet 26, Mär 2006 von Anonym
Nicht angeleinte Hunde dürfen geschossen werden. Und mal davon ab - ich wiederhol mich zwar, aber trotzdem - der Tatbestand der Tötung von Wirbeltieren gilt generell für jemanden, der keine Tiere töten darf. D.h. den Ottonormalbürger. Schlachter, Jäger, Tierärzte und bestimmte andere Personengruppen dürfen nach entsprechender Ausbildung Wirbeltiere töten. Und damit gilt für die genau das eben nicht mehr.
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Beantwortet 26, Mär 2006 von Anonym
Das finde ich nicht gut. Weil auch diese Leute mal Dinge tun die gegen das Gesetz sind und dann sollten sie auch gleich behandelt werden.
Oder sehe ich das falsch?
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Beantwortet 27, Mär 2006 von Bacardi (15,560 Punkte)
Hallo Tintinell,

ein Jäger darf nicht einfach einen unangeleinten Hund erschießen. Im Wald dürfen Hunde sogar auf Wegen frei laufen, solange sie nicht den Weg verlassen (und man auf sie einwirken kann) oder es sich um ein Naturschutzgebiet oder ähnliches handelt.

In NRW gilt (und ich wüßte jetzt nicht, daß es woanders eine andere Regelung gibt, bin da aber überfragt):

Wildernde Hunde und Katzen dürfen abgeschossen werden. Als wildernd gelten Hunde, die im Jagdbezirk außerhalb der Einwirkung ihres Führers Wild aufsuchen, verfolgen oder reißen, und Katzen, die im Jagdbezirk in einer Entfernung von mehr als 200m vom nächsten Haus angetroffen werden.
Die Befugnis erstreckt sich nicht auf solche Hunde und Katzen, die sich in Fallen gefangen haben, es sei denn, die unverzügliche Tötung ist aus Gründen des Tierschutzes geboten. ...
(vgl. §25 LJG NRW)

Haustiere z.B. darf ein Jäger aber nicht einfach so töten. Ein Jäger darf z.B. nicht einfach ein Schaf oder eine Ziege schlachten/erschießen, das kann sogar den Jagdschein kosten.
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Beantwortet 27, Mär 2006 von Anonym
..Man liest hier echt Erstaunliches...

es ist auch mir klar, dass Wildtiere in einem Wald ohne natürliche Feinde diesen Lebensraum auch zerstören können, weil er nunmal nur ein bestimmtes kleines Gebiet umfasst.

Gottseidank hat die Menschheit diese besagten natürlichen Feinde fast überall auf der Welt niedergemetzelt. Nicht nur die Freude daran Kadaver an Kadaver zu legen und danach ins Horn zu blasen... nein.. ein viel passender Effekt hat sich daraus ergeben... man hat jetzt einen guten Grund weiter mit "gutem Gewissen" in der Gegend herumzuballern.
Ja selbst ich würde dumm aus der Wäsche gucken, wenn das Rotwild zur Plage für einen Wald wird...

dennnoch empfinde ich dieses Gerede (naturverbunden zu sein usw.) genauso abstrus, wie die "netten" Menschen auf den Ozeanen, die Wale NUR der Forschung wegen erlegen.

sicherlich kann man mir jetzt VORURTEILE vorwerfen, dann frage ich mich allerdings, warum es solche Begriffe, wie JAGDFIEBER gibt.

Für die, die nicht wissen, was das ist.
Ein Jäger ...kann... wenn ein Tier vor seine Flinte kommt in eine Art Trance verfallen... in dieser "Stimmung" kann er es kaum noch abwarten ENDLICH den Schuss abzugeben und ist dann STOLZ darauf. Man gehe nur mal in eine Jägerhütte...

komischerweise traut sich niemand TOT darüber zuschreiben. Ach ja stimmt ja.. es gibt ja auch diese Werbung, wo zwei Hirschköpfe freundlich von der Wand blicken und irgendwelche Waren anpreisen... ist ja gar nicht so schlimm... eine Sachbeschädigung schon gar nicht, schließlich sind an der Wand befestigte Hirschköpfe viel lustiger und vorallem mehr wert, als ein LEBEWESEN...

habt IHR euch schon mal gefragt, WER uns das Recht gibt Bundesjagdgesetze zu verfassen?

Ich denke, daß man unter diesen Gesichtspunkten eine kurze, gekonnte Hetze durchaus vertreten kann (bzw. nicht auf sie verzichten kann) und diese im Sinne des Tierschutzes ist, um dem verletzten Tier unnötige Qualen zu ersparen.


"weil man darauf nicht verzichten kann"... das stimmt sicherlich auch... überall, wo der Mensch sich einmischt gibt es Gleichgewichtsprobleme... aber ich bin der Meinung, viel ehrlicher ist doch die Aussage... weil man darauf nicht verzichten WILL...

Das Töten von Wirbeltieren ist dem Jäger (mit Jagderlaubnis) nicht verboten. Ganz im Gegenteil. Er darf, denn er hat fachgerechtes Töten gelernt.


Er darf?!... denn er hat FACHGERECHTES TÖTEN gelernt... ?!
WAS IST FACHGERECHTES TÖTEN? ... besser erschießen oder doch lieber erstechen,ertränken? ist doch egal... haupsache es hängt später an der Wand oder liegt wohlriechend auf dem Teller...

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Man verzeihe mir die eine oder andere sarkastische Bemerkung.. und ich möchte auch mit der Zitierung mancher Absätze Niemanden persönlich angreifen... sondern ich habe sie gewählt, da sie ALLGEMEIN Gültigkeit besitzen und ziele nicht auf die eigene persönliche Meinung ab...

Jeder Mensch hat ein Recht auf seine Eigene Meinung und ich akzeptiere auch jene, die nicht meiner Meinung sind.

Außerdem möchte ich Niemanden sein Schnitzel streitig machen oder ein schlechtes Gewissen erzeugen. Ich esse selbst gern Fleisch und weis, dass man töten muss des Fleisches wegen...das liegt in der Sache UNSERE NATUR...

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aber müssen wir denn immer so schamlos übertreiben und uns als Gott aufspielen?

* Warum darf ein Jäger auf streunende Hunde und Katzen schießen? WAS hat das für ein Sinn? Haben wir Angst, dass z.B die Katzenpopulation über unsere steigt?
* Warum vegitieren soviele Haustiere in Haushalten überall auf der Welt vor sich hin und niemanden interessiert es wirklich?
* Warum stopft der Mensch noch LEBENDE! Tiere in MÜLLTONNEN?
* Warum werden Tierquälerreien nicht richtig bestraft? Geldstrafen? was für ein Witz..
* Warum sind andere Lebewesen als wir es sind nur so wenig wert?
* Warum bezeichnen wir Tiger,Haie und Co. unter anderem als grausame Monster?

WER ist hier das Monster??? DAS frage ich mich...

denkt mal darüber nach...
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Beantwortet 27, Mär 2006 von Anonym
Hallo Alex,

die Fragen zum Jagdrecht kann dir sicher Dagmar besser beantworten.

Grundsätzlich bin ich aus meiner eigenen kleinen Nußschale raus gegen Jagd und Jäger und Schlachter, daher kann ich nur emotional antworten.

Ich schätze aber Dagmar für vernünftig genug ein Dir das ohne "Jagdfieber" zu vermitteln was sie meint.

Ich hatte Jagdfieber immer mit Raubtieren in Verbindung gebracht, weniger mit Menschen, aber man weiß ja nie :rolleyes:
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Beantwortet 27, Mär 2006 von Bacardi (15,560 Punkte)
Hallo Alex,

woher überhaupt irgendjemand das Recht hat irgendwelche Gesetze zu machen kann ich Dir auch nicht sagen. Ich denke mal, daß wir uns eben in einem Rechtsstaat befinden, in dem Gesetze von Leuten, die wir gewählt haben, gemacht werden. Manches ist sicherlich nicht immer stimmig, aber ganz auf Gesetze verzichten wär wohl auch nicht so gut, oder?

Was glaubst Du, was tatsächlich passieren würde, wenn kein einziger Jäger mehr ein Tier schießen würde? Glaubst Du ernsthaft, daß es ohne Regualtion der Wildbestände funktionieren würde? Sicherlich fehlen uns die entsprechenden Beutegreifer, grade für das größere Wild ab Rehgröße. Aber wo bitte sind denn überhaupt noch so unberührte Flecken in Deutschland, daß sich dort Bär und Wolf und Luchs wieder ansiedeln können. Deutschland ist so sehr bevölkert, daß es echte Rückzugsgebiete von ausreichender Größe doch gar nicht mehr gibt. Und selbst wenn sie in manchen Gegenden zurückkommen (was ich persönlich absolut begrüße, auch bei uns in der Eifel soll es wieder Luchse geben) reicht das doch nicht aus, um damit überall in Deutschland den Bestand zu regulieren.
Was passiert, wenn es also keine Beutegreifer gibt? Der Bestand reguliert sich über das Nahrungsangebot? Sprich, wenn die Rehe und Schweine nichts mehr zu fressen finden, reduziert sich ihre Zahl von alleine? Theoretisch mag das klappen, praktisch haben wir dann Invasionen von Wildtieren. Rund 50% der Fläche von Deutschland sind landwirtschaftliche Flächen. Da hat das Wild jede Menge Futter, und das das ganze Jahr über. Dann würde zwar kaum noch Getreide, Obst oder Gemüse in den Handel kommen aber die Tiere wären satt.
Bleibt zu erwähnen, daß durch die Überpopulationen ein großer Krankheitsdruck entstehen würde und Seuchen freie Bahn hätten. Gut, damit wären die Populationen deutlich dezimiert, aber auch unser Nutzvieh stünde in großer Gefahr ebenfalls zu erkranken. Von artgerechter Tierhaltung im Freien könnte man dann nur noch träumen...

Ich denke, daß eigentlich klar werden sollte, daß es ohne Eingreifen des Menschen nicht mehr geht.

Du schreibst, daß der Mensch nicht darauf verzichten WILL, ich hatte den Satz mit dem Verzichten auf die Notwendigkeit der gezielten Hetze auf die Nachsuche auf verletztes Wild bezogen. In dem Abschnitt habe ich diese Sache auch näher erläutert.
Nur, weil dieser Satz hier doch reichlich aus dem Zusammenhang gerissen wurde.

Zum Jagdfieber kann ich aus eigener Erfahrung noch nichts sagen, da ich noch kein Jäger bin.
Ich weiß von einer Freundin, die Jägerin ist, daß durchaus vor Abgabe des Schusses eine gewisse Aufregung kommt. Allerdings nicht, weil man es nicht erwarten kann zu töten, sondern, weil man selber in solchen Momenten hin-und hergerissen ist und sich seiner Verantwortung auch einfach bewußt ist. Natürlich entscheidet man mit dem Schuß über Leben und Tod! Mir sind die Leute lieber, die dabei eine gewisse Aufregung spüren, als jene, die das völlig emotionslos und gleichgültig machen. Ein Jäger weiß sehr wohl, daß er tötet und ich denke auch, daß sich viele deutlich intensiver damit auseinandergesetzt haben, woher das Schnitzel auf den Teller kommt als Otto-Normalbürger.
Dazu kommt ja auch, daß man nicht wahllos jedes Tier schießen darf, was einem grade vor's Gewehr läuft. Die Aufgabe des Jägers ist die Hege, und dazu gehört u.a. auch eine selelektive Auswahl der Tiere, die geschossen werden um eine gesunde Population und einen normalen Altersaufbau zu erreichen.

Ich habe seit dem letzten Sommer viel mit Jägern zu tun und habe nicht wenige kennengelernt. Ich würde jedem von diesen Leuten bescheinigen, daß sie naturverbunden sind, verantwortlich mit dem Wild und der Natur umgehen und ganz sicherlich nicht töten, nur um ein paar Knochen an die Wand zu hängen.
Ich weiß auch, daß bei manchen regelmäßig mitten in der Nacht das Telefon klingelt und die Polizei einen Wildunfall meldet, bei dem das Reh oder Schwein schwer verletzt im Graben oder nach ein paar 100m liegt, vor Schmerzen schreit und auf Erlösung wartet. Selbstverständlich zieht der Jäger dann sofort los, um das Tier zu erlösen, auch wenn es nachts um 3 Uhr ist.

Du möchtest niemandem sein Schnitzel streitig machen. Und Dir ist klar, daß das Tier, was man essen möchte vorher getötet werden muß. Wenn ich mir überlege, wie der Mensch mit seinem Nutzvieh umgeht, um es möglichst schnell und preiswert schlachtreif zu haben, wird mir kotzübel. Ich denke, daß ich die gängigen Praktiken der Massentierhaltung hier nicht aufzählen muß.

Da ist es mir allemal lieber, wenn ich ein Tier auf dem Teller liegen habe, das sein Leben lang in der Natur artgerecht leben konnte, den Kontakt zur Mutter hatte und dann irgendwann mit einem guten Schuß getötet wurde,

Übrigens schießt auch nicht jeder Jäger gleich auf Hunde oder Katzen, auch wenn er es dürfte.
Ich weiß hier von einem Fall, wo ein Hund über 14 Tage lang täglich vom Jäger beobachtet wurde, wie er wilderte. Der Jäger hat versucht den Hund einzufangen, er hat versucht die Besitzer ausfindig zu machen und er hat letztendlich den Tierschutz informiert. Gemeinsam mit dem Tierschutz ist dann versucht worden diesen Hund (einen Huskymischling) einzufangen. Nachdem das wiederholt nicht gelang und der Tierschutz sich nicht weiter dafür zuständig zeigte, ist der Hund erschossen worden. Die Besitzer haben sich erst danach gemeldet...
Es wird heute auch dazu geraten, einen Hund oder eine Katze nicht gleich zu schießen (auch wenn es vom Gesetz her erlaubt wäre) sondern erst anderweitig zu versuchen, das wildernde Tier einzufangen und seinem Besitzer oder dem Tierheim zu übergeben.

Grundsätzlich muß gesagt werden, daß es überall schwarze Schafe gibt! Aber man sollte von den schwarzen Schafen nicht auf die Mehrheit schließen.
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Beantwortet 27, Mär 2006 von Anonym
Hi..

es ist schön das wir uns zumindest dahingehend verstehen, dass keiner den anderen angreift... :-)

du bist also ein angehender Jäger? dann würde ich gern mal mit dir persönlich über das doch sehr komplexe Thema sprechen...

mich interessiert die Motivation der Jäger in Ihrer Freizeit oder auch beruflich der Lizenz zum Töten nachzugehen...

ich habe mal einen Bericht im Fersehen gesehen in der ein Jäger über seine Errungenschaften sprach, dabei auf ausgestopfte Tiere oder Schädelknochen zeigte und im gleichen Atemzug noch die Wörter "ein schönes Erlebnis" gebrauchte..

Ich denke mal, daß wir uns eben in einem Rechtsstaat befinden, in dem Gesetze von Leuten, die wir gewählt haben, gemacht werden... .. ...aber ganz auf Gesetze verzichten wär wohl auch nicht so gut, oder?


Sicherlich ist es richtig und auch sinnvoll Gesetze für ein gemeinsames Zusammenleben zu schaffen. Der Mensch ist nunmal nicht in der Lage ohne Oberhaupt zu überleben... er ist schließlich auch "nur" ein Tier, das dem Leitbullen instinktiv folgt..
Der Ausdruck der sprichwörtlichen "Hammelherde Mensch" existiert wohl nicht umsonst... das haben eingehende Studien ja eindrucksvoll bewiesen... :D

ABER ich glaube, dass sich wenige darüber Gedanken machen, dass WIR einfach über andere Lebewesen Gesetze verfassen, weil sie NUR uns SELBST dienlich sind...

es gibt wohl kein passenderes Wort dafür als EGOISMUS... und zwar in der purresten Form..

das ist etwas wovon ich mich mit Abstand distanzieren möchte... mich ärgert diese Gleichgültigkeit.. dieses "Nach mir die Sinnflut-Prinzip"

und ich weigere mich LEBEWESEN als SACHEN zu betrachten NUR weil der RECHTSSTAAT... um es mal emotional auszudrücken... mächtig eine Schraube locker hat! ...oder anders ausgedrückt... derren "innerliche SACHBESCHÄDIGUNG" beschämenswert und wohl leider in den nächsten 1000 Jahren nicht mehr zu retten ist...

sicherlich kann man das nicht so einfach ändern, vorallem nicht als "Otto-NV"... ABER man sollte es auch nicht einfach so HINNEHMEN... oder etwa nicht?

Was glaubst Du, was tatsächlich passieren würde, wenn kein einziger Jäger mehr ein Tier schießen würde? Glaubst Du ernsthaft, daß es ohne Regualtion der Wildbestände funktionieren würde?


Ich kenne die Antwort und habe sie oben auch schon kundgetan... obwohl sie mir dennnoch missfällt... ist es leider JETZT notwendig einzugreifen.. aber man kann dann doch nicht mehr von "Naturschutzgebiet" sprechen... das ist doch eine Heuchellei... und dient zu 99% der Etikette, wenn man ehrlich ist...

Aber wo bitte sind denn überhaupt noch so unberührte Flecken in Deutschland, daß sich dort Bär und Wolf und Luchs wieder ansiedeln können. Deutschland ist so sehr bevölkert, daß es echte Rückzugsgebiete von ausreichender Größe doch gar nicht mehr gibt.


EBEN... WO sind die Raubtiere? WO ist der Platz geblieben? Wen interessiert das schon?! Aber sich darüber aufregen, wenn zum Beispiel der Bär oder sonst ein anderes Tier im Garten nach Nachrung sucht... (in Amerika an der Tagesordnung)

NEHMEN aber NICHT TEILEN KÖNNEN wird schon kleinen Kindern beigebracht, dass DAS doch eigentlich NICHT richtig ist... aber was sind WIR Erwachsene schon für ein Vorbild...?! Überall in den Nachrichten sieht man doch, dass der Mensch nichteinmal vor sich selbst RESPEKT hat... das ist schon mehr als traurig...

Du schreibst, daß der Mensch nicht darauf verzichten WILL, ich hatte den Satz mit dem Verzichten auf die Notwendigkeit der gezielten Hetze auf die Nachsuche auf verletztes Wild bezogen. In dem Abschnitt habe ich diese Sache auch näher erläutert.
Nur, weil dieser Satz hier doch reichlich aus dem Zusammenhang gerissen wurde.


nungut.. wenn wir von der Notwendigkeit sprechen in die Natur einzugreifen... was ich dennnoch kritisiere, da die Menschheit schon viel früher hätte seine Erbse auf dem Hals nicht nur zum Haarewaschen nutzen sollen... jedenfalls sollen die Jäger von mir aus ihren Spaß an der Hetze haben... und erzähle mir jetzt nicht, sie hätten KEINEN Spaß daran...

ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass ICH jemals dem Wald zuliebe in der Gegen herumballere... ich würde versuchen, das Problem des Platzmangels zu beheben.. aber als einzelner wird man erstens nicht wahr genommen und viele Jäger würden womöglich ihren Beruf oder Hobby verlieren... das kostet ARBEITSPLÄTZE... wie fürchterlich...

sei es drumm... ohne Regulierung geht es nunmal nicht mehr.. da hast du (leider) Recht... [aber versteh das bitte nicht in dem Zusammenhang, dass es mir schwerfällt dir MAL Recht zu geben,
sondern "leider".. in der Notwendigkeit liegend...]

Da ist es mir allemal lieber, wenn ich ein Tier auf dem Teller liegen habe, das sein Leben lang in der Natur artgerecht leben konnte, den Kontakt zur Mutter hatte und dann irgendwann mit einem guten Schuß getötet wurde,


In dieser Aussage treffen wir zu 100% überein. TÖTEN um selbst zu ÜBERLEBEN ist ein NATURGESETZ... ALLEIN DAS SOLLTE IN UNSEREN sogenannten "Gesetzen" stehen... unter der Rubrik Tiere...

nur eins noch...
...wildernder Hund...

es wäre doch auch mal angebracht über den einen oder anderen Begriff in der "Jägersprache" nachzudenken...

der Hund mag dort nicht hingehören... aber er kämpt dennoch NUR ums Überleben... und dem lege ich MEHR RECHTE zu, als ein Mensch mit seiner pusierlichen "Gettosalmsicht" welche Tiere auf einem bestimmten Gebiet leben sollten oder nicht...

ich spiele hierbei auch auf das "nette" unscheinbare Wörtchen "UN" ab... UNtier.. UNkraut... ?? WAS IST DAS ??
Haben wir nicht ALLE im BioUnterricht gelernt... WAS eine NACHRUNGSKETTE ist.. oder? aber WIEOFT kommt SOETWAS über die Lippen OHNE sich der Bedeutung bewusst zu sein...

so... und wie ich jetzt schon wieder feststellen muss... lasse ich den REST der DISKUSSION lieber unberührt.. sonst wird aus der beinah "Rede" noch ein seitenlanges Referat... :-)

wie gesagt... für solche Themen ist ein Forum sehr beengend... und führt auch leider immer wieder zu Missverständnissen der Interpretation wegen...

Alex grüßt... :)
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Beantwortet 28, Mär 2006 von Bacardi (15,560 Punkte)
Original von Alex24
es ist schön das wir uns zumindest dahingehend verstehen, dass keiner den anderen angreift... :-)


Wozu sollten wir uns auch angreifen? Ich halte es für sehr wichtig, den Dialog mit Jagdkritikern zu suchen und sachlich über das Thema zu diskutieren. So können auf beiden Seiten Vorurteile abgebaut werden oder Dinge kritisch hinterfragt werden.

Original von Alex24
du bist also ein angehender Jäger? dann würde ich gern mal mit dir persönlich über das doch sehr komplexe Thema sprechen...


Richtig, ich mache seit Sommer letzten Jahres die Jungjägerausbildung und habe im April/Mai Prüfung. Wenn Du persönlich mit mir reden möchtest, schick mir doch eine PN, wir können gerne mal telefonieren.

Original von Alex24
mich interessiert die Motivation der Jäger in Ihrer Freizeit oder auch beruflich der Lizenz zum Töten nachzugehen...


ich kann nicht über die Motivation der Jäger allgemein sprechen sondern nur über meine eigene:

da wären
1. im Rahmen der Jagd-Ausbildung lernt man immens viel über die Zusammenhänge unserer Natur, der hier lebenden Tiere und Pflanzen. Ich studiere u.a. Biologie auf Lehramt. Dort lernt man viele sehr tiefgehende Einzelheiten, aber es gibt durchaus Studenten, die nach dem Studium immer noch keine Kastanie von der Eiche unterscheiden können oder von der Existenz von Wildschafen (Muffelwild) in Deutschland wissen. Ich bin der Meinung, daß unsere heimische Natur nicht nur im Studium sondern auch in der Schule oft stark vernachlässigt wird. Wie aber kann ich etwas schützen, was ich nicht kenne? Von daher könnte ich mir vorstellen, später Kurse oder Exkursionen im Rahmen einer Waldschule oder ähnlichem anzubieten.

2. ich gehöre auch zu den Menschen, die nicht gänzlich auf Fleisch (und andere Tier"produkte") in ihrer Ernährung verzichten möchten. Wildfleisch ist für mich eine willkommene Ergänzung, weil ich dabei weiß, daß die Tiere wirklich artgerecht aufgewachsen sind etc. (hatte ich ja oben schon was zu geschrieben).
Wenn ich selber in den Wald gehe und ein Wildschwein oder ein Reh etc. schieße, weiß ich, ob das Tier vorher einen gesunden Eindruck gemacht hat, wie es gestorben ist usw.
Ich weiß, was es bedeutet wenn man Fleisch essen möchte und daß da vorher immer ein lebendes Tier war. Das Tier im Wald muß ich auch nicht bescheißen und sein Vertrauen mißbrauchen, wie ich es bei meinen Haustieren mache, die ich selber großziehe und zutraulich halte um ihnen beim Schlachten Streß und Angst zu ersparen. Das Tier im Wald weiß, daß ich mit dem Gewehr auf dem Rücken der Feind bin - und es hat durchaus Chancen, nicht erwischt zu werden.

Die Tiere in der Massentierhaltung haben ein kurzes und oft sehr qualvolles Leben. Ich kann mich nicht von diesem Wissen lösen, wenn ich an der Wursttheke leckeren Schinken sehe, oder an der Pommesbude eine Currywurst esse. Der Fleischgenuß wird da doch von einer großen Bitterkeit überlagert und auch das schlechte Gewissen ist nur schlecht zum Schweigen zu bringen. (alles Gründe dafür, daß wir langfristig einen kleinen Selbstversorgerhof mit artgerechter Tierhaltung und vom aussterben bedrohten Haustierrassen anstreben).

3. Außerdem faszinieren mich schon seit frühester Kindheit Greifvögel. Den Falknerschein kann man aber nur machen, wenn man vorher den Jagdschein gemacht hat. Ich könnte mir vorstellen, den Falknerschein zu machen und dann damit an einer Greifvogelauffangstation o.ä. mitzuarbeiten.

Original von Alex24
ich habe mal einen Bericht im Fersehen gesehen in der ein Jäger über seine Errungenschaften sprach, dabei auf ausgestopfte Tiere oder Schädelknochen zeigte und im gleichen Atemzug noch die Wörter "ein schönes Erlebnis" gebrauchte..


Es gibt sicherlich die Trophäenjäger, die nur Wert auf möglichst beeindruckende Trophäen legen. Das Wildfleisch ist für sie evtl. nur Nebensache. Für diese Form der Jagd habe ich persönlich auch kein Verständnis und würde sie selber nie ausüben wollen.

Die Jäger die ich so kenne hängen sich Geweihe oder die Zähne von Wildschweinen die nicht aus Trophäenjagd stammen sondern auch aus der "ganz normalen" Jagd nach Abschußplan auch an die Wand. Sie verbinden mit den einzelnen Trophäen die Erinnerungen an die entsprechende Jagd. Ich halte das nicht für verwerflich. Von jedem Urlaub etc. werden Fotos oder Filme gemacht um sich später daran erinnern zu können. Warum soll man sich dann nicht, wenn es einem gefällt, ein Geweih zur Erinnerung an die Wand hängen? Jagd ist ja nicht nur der Moment des Tötens sondern eine sehr viel komplexere Angelegenheit. Und ich habe auch schon feststellen dürfen, daß mit den Wildtieren und ihrem Tod durchaus ehrfürchtig und würdevoll umgegangen wird. Das Streckelegen und Verblasen wird z.B. als Ehrerbietung dem Wild gegenüber getan. Dabei gelten z.B. auch Regeln, daß man beim Hinlegen der Tiere nicht über schon liegende Tiere drübersteigt. Auch ist es oft üblich, dem Tier noch einen Zweig ins Maul zu legen. Dies symbolisiert quasi den letzten Bissen als Wegzehrung ins Jenseits... Ich denke schon, daß da dem Tier noch im Tod eine viel größere Ehrerbietung und Würde entgegengebracht wird als unsere Nutztiere zu Lebzeiten je erfahren würden,

Original von Alex24
.. jedenfalls sollen die Jäger von mir aus ihren Spaß an der Hetze haben... und erzähle mir jetzt nicht, sie hätten KEINEN Spaß daran...


Ich bin mir nicht sicher, ob Du gelesen hast in welchen Ausnahmemomenten eine Hetze überhaupt erlaubt und im Rahmen des Tierschutzes notwendig ist. SPAß macht das bestimmt nicht, dafür ist die Angelegenheit, ein verletztes Tier schnellstmöglich von seinen Leiden zu erlösen viel zu ernst. Und so sehen das auch die Leute, die ich hier kennengelernt habe und die zum Teil schon seit Jahrzehnten der Jagd nachgehen.


Original von Alex24
ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass ICH jemals dem Wald zuliebe in der Gegen herumballere... ich würde versuchen, das Problem des Platzmangels zu beheben.. aber als einzelner wird man erstens nicht wahr genommen und viele Jäger würden womöglich ihren Beruf oder Hobby verlieren... das kostet ARBEITSPLÄTZE... wie fürchterlich...


Niemand verlangt von Dir, daß Du zum Gewehr greifen sollst. Aber wie würdest Du mal ganz praktisch versuchen, das Problem des Platzmangels zu beheben?

........Nachricht zu lang....... Fortsetzung folgt.........
0 Punkte
Beantwortet 28, Mär 2006 von Bacardi (15,560 Punkte)
.........Fortsetzung............


Original von Alex24
sei es drumm... ohne Regulierung geht es nunmal nicht mehr.. da hast du (leider) Recht... [aber versteh das bitte nicht in dem Zusammenhang, dass es mir schwerfällt dir MAL Recht zu geben,
sondern "leider".. in der Notwendigkeit liegend...]


und da es ohne Regulierung nicht mehr geht, ist es doch wichtig, daß es Leute gibt, die diese Arbeit verantwortungsvoll übernehmen. Solche Leute habe ich sehr viele kennengelernt. Und ich war ehrlich gesagt überrascht darüber, da ich früher auch sehr viele Vorurteile gegen die Grünröcke hatte.
Wie schon gesagt, die schwarzen Schafe gibt es überall, aber die weißen sind doch deutlich in der Mehrheit. Nur daß diese nicht so sehr in die Medien kommen sondern mehr im Stillen wertvolle Arbeit leisten.

Es gibt sehr viele Jäger, die sich stark für den Naturschutz einsetzen, die dafür sorgen, daß Biotope erhalten bleiben oder neue Biotope angelegt werden. Die Rückzugsorte für gefährdete Arten schaffen. Die versuchen, ein "Wegenetz" = z.B. Hecken zwischen Biotopen zu schaffen, damit die Tiere der einzelnen Populationen sich austauschen können und damit den Genpool auffrischen können etc.
Jäger, die den Kontakt mit Landwirten suchen um zu erreichen, daß Ackerrandstreifen stehen bleiben die nicht gespritzt werden und die die Nahrungsgrundlage und Lebensraum für viele Tiere darstellen. Die außerdem auf die Gefahr von ungenutzen Weidezäunen, -litzen hinweisen, in denen sich regelmäßig Wildtiere (vor allem Damwild) verfangen und oft elendig strangulieren, hängenbleiben, sich Gliedmaßen beim Befreiungsversuch abschnüren etc. hinweisen. Die Liste läßt sich weiter fortsetzen...

Original von Alex24
der Hund mag dort nicht hingehören... aber er kämpt dennoch NUR ums Überleben... und dem lege ich MEHR RECHTE zu, als ein Mensch mit seiner pusierlichen "Gettosalmsicht" welche Tiere auf einem bestimmten Gebiet leben sollten oder nicht...


Ich denke, daß die Mehrzahl der wildernden Hunde nicht um ihr Überleben kämpfen, sondern von verantwortungslosen Besitzern oft fahrlässig einfach mal laufen gelassen werden. Irgendwann kommen sie ja wieder.
Ich habe solche Situationen leider auch schon oft erlebt und die Hundebesitzer sind leider oft genug sehr uneinsichtig. Die finden es zum Teil einfach in Ordnung, wenn ihr Hund mal ein bißchen den Wald aufmischt und Bewegung hat. Daß dabei durchaus mal ein Muttertier von seinem Kalb oder Kitz vertrieben wird und dieses nicht mehr findet, so daß das Jungtier auf der Strecke bleibt ist diesen Leuten einfach egal. Man sieht es ja nicht. Das einzige was man merkt, ist, daß der Hund nach so einem Tag schön ausgeglichen im Körbchen schläft und weniger Arbeit macht.
Versteh mich nicht falsch, ich habe selber auch einen Hund, der seinen Freilauf fordert. Aber dann muß ich eben durch entsprechende Erziehung und/oder Auswahl meiner Wege gewährleisten, daß mein Hund nicht wildern gehen kann.

Original von Alex24
ich spiele hierbei auch auf das "nette" unscheinbare Wörtchen "UN" ab... UNtier.. UNkraut... ?? WAS IST DAS ??
Haben wir nicht ALLE im BioUnterricht gelernt... WAS eine NACHRUNGSKETTE ist.. oder? aber WIEOFT kommt SOETWAS über die Lippen OHNE sich der Bedeutung bewusst zu sein...


Ganz ehrlich, ich denke, daß diese UNwörter eher Otto-NV über die Lippen kommen als einem Jäger, der den Wert der "UN-Dinge" und die Zusammenhänge der Natur doch ganz anders kennt.


Original von Alex24
wie gesagt... für solche Themen ist ein Forum sehr beengend... und führt auch leider immer wieder zu Missverständnissen der Interpretation wegen...


Da gebe ich Dir uneingeschränkt recht, daß derartige Themen in so einem Forum kaum befriedigend diskutiert werden können. Vielleicht können manche Dinge einfach mal anders erklärt werden.
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Beantwortet 28, Mär 2006 von Anonym
Hallo zusammen,

also ganz ehrlich muss ich sagen, dass ich bei Jägern auch immer äusserst skeptisch bin.

Es gibt mit Sicherheit Jäger, die ihr Hobby verantwortungsvoll ausüben, die Mehrzahl aber tut dies nicht.Leider ist dies mein Eindruck.

Wenn Fasanen in Gehegen aufgepäppelt und dann für die "Jagd" ausgesetzt werden, finde ich das wirklich nicht mehr "Hege". Und wenn jeder Wolf in den neuen Bundesländern abgeknallt wird, natürlich mit einem streunenden Hund verwechselt, ist das Konkurrenzdenken...oder ?

Sicher läuft (leider) ohne Kontrolle in unserem dicht besiedelten Land nichts mehr, aber sorry, bei vielen Leuten, die ich kennengelernt habe, steht der S p a s s am Jagen ( und am Sportangeln ) an erster Stelle.

Wer die Jagd wirklich verantwortungsvoll und nicht aus Spass- und Prestigegründen betreibt, ist hiermit natürlich nicht angesprochen ! :)

Mein Hund läuft in Wäldern übrigens grundsätzlich angeleint, nicht alle Hundehalter sind verantwortungslos, aber leider wirklich zu viele.
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Beantwortet 29, Mär 2006 von Anonym
Nur um noch mal eins zu Bacardis Einwand zu ergänzen, ein Jäger dürfe Hunde und Katzen nur unter bestimmten Umständen töten.
Das ist durchaus korrekt. Jedoch ist ein guter Freund von mir Jäger (einer der durchaus sehr verantwortungsvollen), und der sagt ganz klipp und klar, dass rein von der juristischen Seite fast immer so entschieden wird, wenn ein Jäger einen streunenden/wildernden Hund geschossen hat und sich im Anschluss der Besitzer beklagt und klagt, der Jäger Recht bekommt. Ob das Rechtens ist, ist eine andere Frage, eine moralische.
Es ist de facto aber so, dass die meisten Gerichte ganz offensichtlich erfahrenen Jägern glauben, wenn ihrer Einschätzung nach ein Hund oder eine Katze streunt oder wildert.

Mir ist ein Fall aus meiner alten Heimat bekannt. Frau geht mit zwei Bernhardinern durch den Wald. Beide Hunde sind schlecht erzogen, hören praktisch nicht auf ihre Halterin. Beide Hunde sind nicht angeleint und gut 50 Meter von ihrer Halterin entfernt. Die ist aber der Meinung, dass sie ihre Hunde zu 100% im Griff hat (was aber effektiv nicht den Tatsachen entspricht).
Ein Jäger kam des Weges und forderte die Frau auf, ihre Hunde unverzüglich anzuleinen. Der eine Hund hatte Glück, er reagierte auf den zweiten Zuruf. Der andere nicht. Im Gegenteil, er sah irgendein Tier, lief los, und der Jäger schoss und traf.
Die Frau behauptete im Anschluss auch, sie habe diesen Hund ja auch gerade anleinen wollen, sei ja praktisch schon bei ihr gewesen. Dummerweise gab es Zeugen. Der Jäger bekam Recht...
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Beantwortet 31, Mär 2006 von Anonym
im Rahmen der Jagd-Ausbildung lernt man immens viel über die Zusammenhänge unserer Natur, der hier lebenden Tiere und Pflanzen.


Man kann auch viel über die Natur lernen, ohne in diese einzugreifen. Sicherlich ist das Wort "Notwendigkeit" ein starkes Gegenargument, aber trotzdem gibt es Wörter die einfach nicht zusammen passen. Und das für mich nunmal JAGD und NATUR.

Wer Jäger ist sieht sich als "Raubtier", dass er eigentlich nicht sein müsste. Ich gebe dir natürlich Recht, dass die Massentierhaltung nicht gerade das Richtige Gegenstück dazu bildet.

ABER ein Tier wird nicht geschossen um einen Menschen das Überleben zu sichern. Sondern es geht meistens um MACHT und um den Aspekt, dass Tiere nunmal laut Gesetz KEINE LEBEWESEN sind. Und demzufolge kann man sich auch gut hinter der Tatsache verstecken, dass das alles dem "Naturschutz" dienen soll.

Ein Jäger sollte jemand sein, der die NATURGESETZTE versteht und NUR tötet um selbst zu überleben, wie jedes andere "Tier" auch...

Ja... DAS ist natürlich jetzt schwer möglich, oder besser gesagt, nicht mehr möglich, weil der Mensch seine Intelligenz dazu benutzt hat um Supermärkte zu erfinden und Tiefkühltruhen usw... aber so ist nunmal der Mensch...

Den Falknerschein kann man aber nur machen, wenn man vorher den Jagdschein gemacht hat.


Was hat das für einen Sinn, außer natürlich das du deinen Spaß daran hast? Damit macht man doch wieder das Tier zur Sache. Es ist und das kannst du sicher nicht abstreiten EIN SPORT, in dem die Fähigkeiten von diesen Tieren benutzt werden. Ich sehe mir Greifvögel lieber in der FREIEN NATUR an und habe keine Ambitionen ein so stolzes Tier als "Zirkustier" auf dem Arm hin und her zu schunkeln.

Welchen Sinn siehst du darin einen solchen "Schein" zu machen?

Das Tier im Wald muß ich auch nicht bescheißen und sein Vertrauen mißbrauchen, wie ich es bei meinen Haustieren mache, die ich selber großziehe und zutraulich halte um ihnen beim Schlachten Streß und Angst zu ersparen. Das Tier im Wald weiß, daß ich mit dem Gewehr auf dem Rücken der Feind bin - und es hat durchaus Chancen, nicht erwischt zu werden.


Also damit hast du mich jetzt echt zum schmunzeln gebracht... Was bitte soll das denn heißen? Mal davon abgesehn, das es Futterstellen gibt, um die herum der Jäger seine netten Hochsitze baut.... Aha, du bist also der Feind?! Das klingt aber nicht nur nach "Notwendigkeit" gerade wenn du auch davon sprichst, dass ES eine Chance hat nicht erwischt zu werden. Jetzt hast du dich einwenig selbst verraten, meinst du nicht? :)

ich zitiiere: "SPAß macht das bestimmt nicht, dafür ist die Angelegenheit, ein verletztes Tier schnellstmöglich von seinen Leiden zu erlösen viel zu ernst."

Ich würdige die Tatsache mehr AUF DEN PUNKT zu kommen und nicht ständig drumherum zu schreiben.

Die Jäger die ich so kenne hängen sich Geweihe oder die Zähne von Wildschweinen die nicht aus Trophäenjagd stammen sondern auch aus der "ganz normalen" Jagd nach Abschußplan auch an die Wand. Sie verbinden mit den einzelnen Trophäen die Erinnerungen an die entsprechende Jagd. Ich halte das nicht für verwerflich. Von jedem Urlaub etc. werden Fotos oder Filme gemacht um sich später daran erinnern zu können. Warum soll man sich dann nicht, wenn es einem gefällt, ein Geweih zur Erinnerung an die Wand hängen? Jagd ist ja nicht nur der Moment des Tötens sondern eine sehr viel komplexere Angelegenheit. Und ich habe auch schon feststellen dürfen, daß mit den Wildtieren und ihrem Tod durchaus ehrfürchtig und würdevoll umgegangen wird.


DAS hälst du nicht für VERWERFLICH? Ich auch nicht, ich halte DAS für PERVERS. WARUM verbindet man denn eine Erinnerung an die doch so "schreckliche" aber NOTWENDIGE??!! JAGT?? Das widerspricht sich doch extrem. Wenn ich töte um ein Tier von seinem Leiden zu erlösen, dann hänge ich mir das doch nicht an die Wand, es sei denn ICH HABE SPAß daran zu TÖTEN.

Sonst könnte man sich doch auch seine tote Oma an die Wand als Erinnerung hängen, DASS würde (ich hoffe es zumindest) NIEMAND machen, weil der TOT in DIESER DARSTELLUNG keine ERINNERUNG wert ist, solange man NICHT TOT ist und seine letzte Ruhe unter einem Grabstein findet oder als Appetithäppchen endet...

Das Streckelegen und Verblasen wird z.B. als Ehrerbietung dem Wild gegenüber getan. Dabei gelten z.B. auch Regeln, daß man beim Hinlegen der Tiere nicht über schon liegende Tiere drübersteigt. Auch ist es oft üblich, dem Tier noch einen Zweig ins Maul zu legen. Dies symbolisiert quasi den letzten Bissen als Wegzehrung ins Jenseits..


Für mich ist gerade das danach Herumgeblase im Horn ein großer Unsinn. DAMIT würdigt man das Tier? Das es gestorben ist unter dem Deckmantel der NOTWENDIGKEIT? Und die Sache mit dem Zweig empfinde ich nicht gerade als "Ehrerbietung" sondern als Zeichen, ein ach so toller Schütze zu sein. Gut ich sehe auch ein, VIEL SCHLIMMER sind da die gängigen Schlachtmethoden. Aber Beide haben eines gemeinsam, das Tier wird als Rohstoff/Sportgerät gesehen und das ist VERWERFLICH...


ich kann den Platzmangel nicht beheben, aber ich kann versuchen manch "Gehirn" zum nachdenken zu bewegen. Darüber das wir vieles aus Selbstverständlichkeit tun, OHNE auch nur einmal nachzufragen, oder nachzudenken.

Nur daß diese nicht so sehr in die Medien kommen sondern mehr im Stillen wertvolle Arbeit leisten.


Es ist also wertvolle Arbeit, Tierkadaver zu "beblasen" und diese sich danach an die Wand zu hängen?

Gut diese Sache das "natürliche Raubtier" ersetzen zu müssen sehe ich, wenn auch widerwillig ein, aber auch nur dann, wenn diese mir doch sehr fragwürdigen Rituale endlich sein gelassen werden.

ich denke, daß die Mehrzahl der wildernden Hunde nicht um ihr Überleben kämpfen, sondern von verantwortungslosen Besitzern oft fahrlässig einfach mal laufen gelassen werden. Irgendwann kommen sie ja wieder.
Ich habe solche Situationen leider auch schon oft erlebt und die Hundebesitzer sind leider oft genug sehr uneinsichtig. Die finden es zum Teil einfach in Ordnung, wenn ihr Hund mal ein bißchen den Wald aufmischt und Bewegung hat. Daß dabei durchaus mal ein Muttertier von seinem Kalb oder Kitz vertrieben wird und dieses nicht mehr findet, so daß das Jungtier auf der Strecke bleibt ist diesen Leuten einfach egal. Man sieht es ja nicht. Das einzige was man merkt, ist, daß der Hund nach so einem Tag schön ausgeglichen im Körbchen schläft und weniger Arbeit macht.
Versteh mich nicht falsch, ich habe selber auch einen Hund, der seinen Freilauf fordert. Aber dann muß ich eben durch entsprechende Erziehung und/oder Auswahl meiner Wege gewährleisten, daß mein Hund nicht wildern gehen kann.


Ich mag mich wieder ein paar Vorurteilen hingeben, aber mir kommt es so vor, wenn ein Jäger von einem "wildernden Hund" sprichst, dass er sich mit diesem nur in Konkurrenz sieht. Schließlich will der Mensch derjenige sein, der das Reh/Fuchs usw. erschießt... mit Erlaubnis versteht sich.

Es gibt eben immer wieder Punkte die verdeutlichen, was eigentlich hinter der Sache steckt. Dazu gehört auch mein Beschreibung des "Jagdfiebers"... So ist das nunmal...

Ich bedanke mich für deine sachlichen Beschreibungen deines Hobbies, aber ich werde dieses wohl nie nachvollziehen können...
es erscheint mir einfach zu grausam und vorallem im hohen Maße an Respektlosigkeit andere Lebewesen gegenüber.... weil es einfach nicht bei der "Notwendigkeit" bleibt...

Aber sei dir gewiss... ich "wettere" nicht nur über diese deine Berufsgruppe/Hobbie... unser beider zitierten Massentierhaltung ode
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Beantwortet 31, Mär 2006 von Bacardi (15,560 Punkte)
Hallo Alex,

Original von Alex24
Den Falknerschein kann man aber nur machen, wenn man vorher den Jagdschein gemacht hat.


Was hat das für einen Sinn, außer natürlich das du deinen Spaß daran hast?[...] Ich sehe mir Greifvögel lieber in der FREIEN NATUR an und habe keine Ambitionen ein so stolzes Tier als "Zirkustier" auf dem Arm hin und her zu schunkeln.
Welchen Sinn siehst du darin einen solchen "Schein" zu machen?


Ich habe dazu geschrieben, daß ich mir vorstellen könnte, in einer Greifvogelauffangstation zu arbeiten oder ähnliches zu machen. Ich sehe mir Greifvögel am liebsten auch frei in der Natur an, nur kommt es immer wieder vor, daß diese Vögel auf menschliche Hilfe angewiesen sind wegen Verletzungen etc.


Original von Alex24
Das Tier im Wald muß ich auch nicht bescheißen und sein Vertrauen mißbrauchen,..


Also damit hast du mich jetzt echt zum schmunzeln gebracht... Was bitte soll das denn heißen? [...] Jetzt hast du dich einwenig selbst verraten, meinst du nicht? :)


So, meinst Du daß ich mich verraten habe? Als was denn? Wievielen Deiner Schnitzel hast Du denn beim Sterben in die Augen geschaut? Oder hast Du Dein Fleisch/totes Tier lieber anonym auf dem Teller, weil Du es sonst evtl. nicht essen könntest? Wenn Dich das Kälbchen mit großen, angsterfüllten Augen in der fremden Umgebung panisch angeguckt hätte. Oder das Hühnchen grade mal 6 Wochen unter erbärmlichen Bedingungen groß gemacht wurde? Danach an Laufbändern aufgehangen und so nach und nach geschlachtet wurde. Anschließend liegt es sauber verpackt und ansprechend beleuchtet in der Fleischtheke, und das dahintersteckende Elend ist nicht mehr zu erkennen.
Ich will nicht, daß die Tiere, die sterben müssen weil ich sie essen will vorher leiden. Deshalb schlachte ich auch zum Teil selber (Kaninchen + Geflügel). Die Tiere sind zahm, sie kommen von sich aus zu mir, weil sie Vertrauen haben und nur Gutes erwarten, Ich nehme sie dann mit um sie zu schlachten, das Kaninchen oder das Huhn weiß nicht, was ihm bevorsteht. Es sitzt friedlich in meinem Arm, knuspert noch an einer Möhre oder an ein paar Nudeln. Und dann töte ich es, um es später essen zu können. Glaub mir, ich weiß, was es bedeutet ein Tier zu töten. Ich kenne den Augenblick, wenn die Augen brechen. Ich weiß auch, wie blutig das Töten ist, Und es fällt mir jedes Mal erneut sehr schwer. Aber es ist für mich mein Weg, etwas gegen die Massentierhaltung zu tun und das Fleisch dieser Tiere kann ich mit Genuß essen. Trotzdem ist es für mich und auch meinen Lebensgefährten jedes Mal ein emotional sehr schwerer Schritt.
Ab einer gewissen Zeit weiß ich, welche Kaninchen verkauft werden oder für die Zucht behalten werden - und welche geschlachtet werden sollen. Diese haben dann im Prinzip keine "Chance" mehr, doch noch mit dem Leben davonzukommen.

Das sehe ich bei den Wildtieren eben anders. Kein Reh und kein Schwein hat das feststehende Schicksal, vom Jäger erschossen zu werden. Das entscheidet sich erst in dem Moment, wo der Jäger es vor der Büchse hat, der dann in dem Moment auch noch entscheiden muß, ob er schießt oder nicht. Das Tier hat also durchaus eine Chance! Und wenn ich schreibe, daß das Tier weiß, daß ich der "Feind" bin, meine ich, daß die Tiere sehr vorsichtig sind, und es dem Jäger auch nicht leicht machen. Das Tier stellt sich ja nicht vor die Büchse und sagt dann, so töte mich doch jetzt bitte. Das bedeutet, daß auch hier das Tier, das mit seinen Sinnen dem Menschen hoch überlegen ist, eine Chance hat. Ich muß mich geschickt anstellen, wenn ich ein Tier im Wald schießen will und kann nicht einfach zum Gehege gehen und mein festbestimmtes Mittagessen herausholen und töten. Und vor allem muß ich nicht das Vertrauen mißbrauchen, weil die Wildtiere kein Vertrauen zu mir haben.

Original von Alex24
Mal davon abgesehn, das es Futterstellen gibt, um die herum der Jäger seine netten Hochsitze baut.


Der Abschuß auf Schalenwild im Umkreis von 200m von Fütterungen ist verboten!

Einzige Ausnahme ist der Abschuß an Kirrungen (spezielle Futtereinrichtungen für Schwarzwild). Die Kirrung hat den Vorteil, daß man die Rotte Schweine gut beobachten kann und gezielt aussuchen kann, welches Tier geschossen werden soll.
Dazu muß aber gesagt werden, daß die Anzahl der Kirrungen im Revier vom Gesetz deutlich begrenzt ist (ich meine sogar, genehmigungspflichtig, bin mir da aber grade nicht ganz sicher) und in Jägerkreisen auch nicht unumstritten sind.


Original von Alex24
ich zitiiere: "SPAß macht das bestimmt nicht, dafür ist die Angelegenheit, ein verletztes Tier schnellstmöglich von seinen Leiden zu erlösen viel zu ernst."

Ich würdige die Tatsache mehr AUF DEN PUNKT zu kommen und nicht ständig drumherum zu schreiben.


Was möchtest Du hören? Der Tod ist in einigen Fällen durchaus eine Erlösung! Ich denke nicht, daß ich um den heißen Brei herumrede.


Original von Alex24

Für mich ist gerade das danach Herumgeblase im Horn ein großer Unsinn. DAMIT würdigt man das Tier? Das es gestorben ist unter dem Deckmantel der NOTWENDIGKEIT? Und die Sache mit dem Zweig empfinde ich nicht gerade als "Ehrerbietung" sondern als Zeichen, ein ach so toller Schütze zu sein. Gut ich sehe auch ein, VIEL SCHLIMMER sind da die gängigen Schlachtmethoden. Aber Beide haben eines gemeinsam, das Tier wird als Rohstoff/Sportgerät gesehen und das ist VERWERFLICH...


Ja, damit würdigt man das Tier. Und im Endeffekt, ist es doch egal, mit welchen Mitteln man das macht, solange die Einstellung im Herzen stimmt! Das Verblasen der Strecke hat eine lange Tradition, die eben diese Ehrerbietung auch nach außen sichtbar macht. Wenn das heute nicht jedem einleuchtet kann ich das nicht ändern. Aber das ist der Sinn, der dahinter steht. Wenn Du diese Zeichen anders interpretierst und ihre Bedeutung nicht akzeptieren willst, finde ich das schon schade. Ich habe hierbei ehrlich gesagt das Gefühl, daß Du auf jeden Fall "dagegen" bist, egal wie die Bedeutung ist. Aber auch das werde ich nicht ändern können, vielleicht können sich andere Leser ja nun ein anderes Bild von diesen Dingen machen.

Original von Alex24
Gut diese Sache das "natürliche Raubtier" ersetzen zu müssen sehe ich, wenn auch widerwillig ein, aber auch nur dann, wenn diese mir doch sehr fragwürdigen Rituale endlich sein gelassen werden.


Und genau das meine ich! Für Dich sind es fragwürdige Rituale, von denen ich einfach mal behaupte, daß Du sie nicht verstehst (oder verstehen willst), für die Jäger sind es Zeichen ehrfürchtig mit dem Tod umzugehen.
Weißt Du, für die Jäger gibt es geschriebene und ungeschriebene Gesetze, die unter dem Begriff "Waidgerechtigkeit" die geistige Grundlage für den Jäger bilden. Die geschriebenen (das Bundesjaggesetz und die Landesjagdgesetze) kann sich jeder Mensch ohne Probleme besorgen und studieren, und wenn das alle Jagdkritiker mal machen würden, wüßten sie, daß viele ihrer Vorurteile aus dem Nichts gegriffen sind, wahrscheinlich, weil sie einfach so schön ins Bild der bösen Jäger passen.

Zu den ungeschriebenen Gesetzen gehört als Schwerpunkt die Jagdethik. Diese "beinhaltet die charakterliche Einstellung und das ganzheitliche Denken des Jägers gegenüber der Umwelt, dem gesamten Lebensraum von Mensch und Tier, sowie dem Umgang mit dem Mitgeschöpf Tier. Der Jäger darf die vogelfangende Hauskatze in der Wertschätzung und im Umgang nicht anders behandeln und sehen als den starken Rohirsch. Besonders das tierschutzgerechte Verhalten und naturschutzgerechte Jagen des Jägers sp
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Beantwortet 31, Mär 2006 von Anonym
Ich muß Euch beide mal loben.

Ihr diskutiert das Thema auf sehr hohem Niveau und trotzdem sehr fair und sachlich.

Es wäre wirklich wünschenswert wenn das immer so klappen würde.

Ich habe mit Dagmar auch schon sehr ausführlich darüber diskutiert ;) und ich werde sicher niemals Jäger, aber ich verstehe dass sie das für sich gut begründet angeht und das sollte mir dann reichen.

Das Problem sind sicher die immer wieder auftauchenden Unsympathen unter den Jägern, wie es sie überall gibt die aus Mangel an "Macht" im Leben, dort die Sau rauslassen wollen.
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Beantwortet 31, Mär 2006 von Martina (11,860 Punkte)
Original von Katie
Ich muß Euch beide mal loben.

Ihr diskutiert das Thema auf sehr hohem Niveau und trotzdem sehr fair und sachlich.

Es wäre wirklich wünschenswert wenn das immer so klappen würde.



Ich kann mich diesen Worten nur anschließen.
0 Punkte
Beantwortet 31, Mär 2006 von Bacardi (15,560 Punkte)
Danke Euch beiden!
0 Punkte
Beantwortet 1, Apr 2006 von Anonym
Ich bedanke mich da auch...

finde es aber gemein, dass ihr Modies eure RechtschreibFehler berichtigen dürft, meine Entgleisungen aber sichtbar bleiben...

aber soviel zum Thema, Rechtschreibfehler vermeidet man "immer" durch korrektes NOCHMALLESEN... :rolleyes:
hier haben wir doch eindeutig bewiesen, dass DAS NICHT der Fall ist, wenn man "Reden" verfasst... :)

( kleiner Scherz am Rande :D )

@Doris wenn man seine Einstellung guten Gewissens begründet vertreten kann, ist mir das lieber, als manches "existierende Treibgut", dass den geringsten Widerstand sucht...

@Dagmar... eine Antwort zu deiner Antwort kommt leider erst später... Zeitmangel....
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Beantwortet 6, Apr 2006 von Anonym
eho...

Den Falknerschein kann man aber nur machen, wenn man vorher den Jagdschein gemacht hat...

Ich habe dazu geschrieben, daß ich mir vorstellen könnte, in einer Greifvogelauffangstation zu arbeiten


Das habe ich schon verstanden, dass du dir gut vorstellen könntest in so einer Stadion zu arbeiten. Ich wollte damit nur ausdrücken, dass allein dieser Begriff ganz enorm den Nährboden für eine Abneigung der Jäger für mich schafft.

Zuallererst wird doch ein solcher Schein gemacht, um mit den Tieren "herumzuspielen". Ich sage dir ganz ehrlich, mich stört daran enorm das "naturverbundene" Gehabe. Denn in einer Auffangstadion ansich... braucht man da einen Falknerschein? Reicht es nicht, wenn es TA´s und Helfer gibt, die den Tieren wieder auf die Beine helfen? Wozu dann dieser Schein?

Vorallem WOZU braucht man dann zuerst einen JAGDschein? Das widerspricht sich doch wieder....

Ich will nicht, daß die Tiere, die sterben müssen weil ich sie essen will vorher leiden.


Ein sehr ausdrucksstarker Satz.
GENAU DAS wäre mir auch am liebsten. Vorraussetzung ist aber, dass Tier und Mensch in einer angemessenen Population zu einander stehen. Und ich möchte und kann mich einfach nicht auf das schöne Wörtchen "Notwendigkeit" berufen. DAMIT wird das Problem nicht behoben, sondern nur verzögert/verschoben.

Sollte sich ein "naturverbundener" Jäger nicht damit beschäftigen, die natürlichen Raubtiere wieder anzusiedeln, anstatt sie nachzuäffen?

Ich finde es doch sehr erstaunlich, dass WIR die damaligen Kulturen immer mal wieder belächeln und u.a. als Neandertaler betiteln, obwohl diese Menschen noch in der Lage waren, sich selbst als TEIL DER NATUR zu sehen und nicht krampfhaft versuchen ohne jegliches Recht über dem NATÜRLICHEN KREISLAUF zu stehen! Diese Menschen waren/wären für mich die WAHREN JÄGER.

Aber nicht das jetzt jemand denkt, ich wäre froh noch heute in irgend einer Höhle ein lautes "Uga Uga" von mir zu geben. WIR haben auch ...gottseidank.. unsere INTELLIGENZ ab und zu SINNVOLL genutzt, um uns weiter zu entwickeln...

...Oder das Hühnchen grade mal 6 Wochen unter erbärmlichen Bedingungen groß gemacht wurde? Danach an Laufbändern aufgehangen und so nach und nach geschlachtet wurde. Anschließend liegt es sauber verpackt und ansprechend beleuchtet in der Fleischtheke, und das dahintersteckende Elend ist nicht mehr zu erkennen.


Ich danke für die detailierten Beschreibungen...
Diese Berichte habe ich schon gesehen und jedesmal ist mir dabei fast der Appetit vergangen, sodass ich wochenlang nichts davon essen konnte. Das ist schon sehr erbärmlich SO mit Lebewesen umzugehen.

Ich stimme da vollkommen mit dir überein: in ein Stückchen Fleisch zu beisen, dass vorher würdevoll leben durfte ist schon ein "HeiligenSchein" über dem Kopf wert. Nur das geht leider genauso wenig, wie die angemessene Platzverteilung für ALLE Lebewesen auf diesem, unserem Planeten.

Und ich bin es langsam leid ständig zu "predigen" DENKT DOCH BITTE EINMAL NACH bevor IHR HANDELT. Denn es werden doch nicht alle Tiere gegessen, die vorher "beblasen" wurden oder? Einige enden ausgestopft über irgendeinem Kamin und ich möchte nicht wissen wo sonst noch. Und das findest du tatsächlich NICHT VERWERFLICH?

Deshalb schlachte ich auch zum Teil selber (Kaninchen + Geflügel)...


Das habe ich mir schon fast gedacht, diese Hemmschwelle darfst du schließlich nicht haben, als angehender Jäger. Gegen diese Art der Selbstversorgung kann ich nichts sagen, denn sie ist allemal besser als diesen ZUSTAND auf Schlachthöfen einfach so hinzunehmen.

Ich empfinde es aber genauso unerträglich einem ausgestopftem Tier auf dem Sofa in die Augen blicken zu müssen, wie diese grausame Massentierhaltung. Und es kann doch nicht Sinn der Sache sein, die eine Grausamkeit durch eine andere auszugleichen/zu neutralisieren?!

Der Jäger heutzutage versteckt sich doch größtenteils hinter Gesetzen und Gegensätzen. Würde er dass nicht tun, gebe es sicher keine Geweihe an der Wand, extrem plankgeputzte Flinten und DANACH sogenannte "GUTE ERINNERUNGEN" usw. Und wer DAS tolleriert hat sich doch ganz gewaltig verraten, meinst du nicht?

...Glaub mir, ich weiß, was es bedeutet ein Tier zu töten. Ich kenne den Augenblick, wenn die Augen brechen. Ich weiß auch, wie blutig das Töten ist, Und es fällt mir jedes Mal erneut sehr schwer. Aber es ist für mich mein Weg, etwas gegen die Massentierhaltung zu tun und das Fleisch dieser Tiere kann ich mit Genuß essen. Trotzdem ist es für mich und auch meinen Lebensgefährten jedes Mal ein emotional sehr schwerer Schritt...


Es fällt dir wirklich schwer? Und dennoch möchtest du der Jägerschaft angehören? Passt soetwas wirklich zusammen? Bist du dir denn sicher, dass du all die Argumente, die du hier vorbringst nicht allein dem Pseudo-Schutz des ANSEHENS dieser sogenannten "Naturfreunde" vorbringst?

Ab einer gewissen Zeit weiß ich, welche Kaninchen verkauft werden oder für die Zucht behalten werden - und welche geschlachtet werden sollen.


Wo bleibt in diesem Satz der RESPEKT vor dem Lebewesen? Du bist gegen Massentierhaltung und dass ist sehr lobenswert, dennoch verkaufst du Leben und züchtest es, sicherlich wieder jeder andere auch. (aber das ist ein anderes Thema)

Eben diese Tiere haben KEINE Chance zu fliehen und kommt es nicht fast der Massentierhaltung nahe, Tiere zu züchten? Ich kann mir nicht vorstellen, dass du nur 3 Tiere im Stall "hälst" oder? Mal davon abgesehen, ob man soetwas tiergerecht gestalten kann...

Das sehe ich bei den Wildtieren eben anders. Kein Reh und kein Schwein hat das feststehende Schicksal, vom Jäger erschossen zu werden.


obwohl du diese Art der Tierhaltung selbst von dem Töten der Wildtiere abgrenzt, bin ich der Meinung, dass man die beiden Sachverhalte nicht so einfach trennen kann.

Jeder Jäger, wenn er "gut" sein will. ist auch gleichzeitig ein Schlächter. Und das meine ich nicht einmal abwertend, sondern einfach wortwörtlich... und ist es respektvoll die "Macht der Intelligenz" auszunutzen und im selben Moment von dem Schutz der Natur zu sprechen?

Es dient eben NICHT (mehr) dem eigenem Überlebensdrang und solange DAS so bleibt, habe ich eben meine Probleme damit...

..Das bedeutet, daß auch hier das Tier, das mit seinen Sinnen dem Menschen hoch überlegen ist, eine Chance hat...


Das ist wirklich sehr interessant. Du unterschätzt wohl die "Mittel", die der Mensch ist in der Lage einzusetzen, um das zu bekommen, was er haben will.. z.B. Hund, Greifvogel, präzise Knarren und freundliche Helferlein, die das LAUFEN übernehmen... schließlich muss sich doch der Jäger mit seinem Jagdfieber beschäftigen...

Hier von einer CHANCE zu sprechen ist doch eine glatte Lüge und mal wieder NUR ein VORWAND...

Soetewas ist einfach nicht in Ordnung, wenn es den natürlichen Instinkt vermissen lässt DIESES zu tun.

Vielleicht liegt es aber auch an der allgemeinen Bequemlichkeit?! Ich weis es nicht. Aber eines weis ich, zu töten aus Platzmangel ist wirtschaftlich effektiver, als NATUR Natur sein zu lassen...


...Was möchtest Du hören? Der Tod ist in einigen Fällen durchaus eine Erlösung! Ich denke nicht, daß ich um den heißen Brei herumrede.


Das habe ich auch nicht in Abrede gestellt. Ich bin nur davon ausgegangen, wenn du von einem verletzten Tier sprichst, dass du dann eines meinst, dass die Verletzung meistens dem Menschen zu verdanken hat. Sicherlich ist es demzufolge trotzdem eine E
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Beantwortet 6, Apr 2006 von Anonym
-------------FortsetZung------------------------------

eines noch kurz... die Sache mit dem "bösem Jäger" ...

ganz falsch ist das doch aber nicht... die "schwarzen Schafe" sind ständig gewillt diese Definition nicht aussterben zu lassen und von denen gibt es leider mehr als genug...

Es mag auch sicher auch zu erheblichen Missverständnissen kommen, weil der eine (wie ich) von dem Gesetzen der anderen keinen Einblick hat oder will. Es kommt eben zuerst auf den äußeren Eindruck an und ich habe Jäger nicht nur durch die Flimmerkiste beobachten "dürfen". In der Nähe des Elternhauses meiner Mutter befindet sich ein solches "Gebiet" und ich muss sagen, dieser Eindruck war alles andere als gut...

wenn du möchtest können wir uns gern einmal "natürlicher" mit diesem Thema auseinander setzen... mir fehlt aber im Moment leider etwas die dafür benötigte Zeit...

ändert sich die Situation... schreibe ich dir bescheid, falls dann noch erwünscht... :)
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Beantwortet 6, Apr 2006 von Bacardi (15,560 Punkte)
Hallo Alex,

Original von Alex24
Sollte sich ein "naturverbundener" Jäger nicht damit beschäftigen, die natürlichen Raubtiere wieder anzusiedeln, anstatt sie nachzuäffen?


Ich dachte eigentlich, daß wir inzwischen schon soweit waren, zu realisieren, daß DAS nun nicht mehr möglich ist. Wolf, Luchs und Bär haben schlicht und ergreifend keinerlei Chance, in Deutschland flächendeckend wieder heimisch zu werden.
Dazu ist Deutschland auch viel zu dicht besiedelt und bewirtschaftet. Oder sollen die Jäger Deiner Meinung nach nun alle Jogger, Wanderer und Spaziergänger erschießen, um die menschliche Bevölkerung zu dezimieren und den Tieren ihren Lebensraum zu lassen??? Sorry, aber das steht wohl absolut außer Frage. Es ist in unserer heutigen Zeit einfach nicht mehr ohne Jagd möglich! Da können wir uns noch so sehr die Raubtiere zurückwünschen, sie haben keinen Lebensraum mehr. Und daran sind nicht die Jäger schuld!


Original von Alex24
Ich danke für die detailierten Beschreibungen...
Diese Berichte habe ich schon gesehen und jedesmal ist mir dabei fast der Appetit vergangen, sodass ich wochenlang nichts davon essen konnte. Das ist schon sehr erbärmlich SO mit Lebewesen umzugehen.

So, die vergeht dabei FAST der Appetit. Und Du kannst WOCHENLANG nichts davon essen. Und danach??? Leiden die Tiere genauso, aber das schlechte Gewissen hat sich wieder beruhigt. Man wird ja auch gottseidank nicht täglich damit konfrontiert. Und kann zur Not die Sendung ja auch wegzappen, wenn einem nicht danach ist.

Original von Alex24
Ich stimme da vollkommen mit dir überein: in ein Stückchen Fleisch zu beisen, dass vorher würdevoll leben durfte ist schon ein "HeiligenSchein" über dem Kopf wert. Nur das geht leider genauso wenig, wie die angemessene Platzverteilung für ALLE Lebewesen auf diesem, unserem Planeten.


Was hat das mit Heiligenschein zu tun? Und warum geht das genauso wenig? Ich halte das eher realisierbar, als sämtliche Raubtiere wieder anzusiedeln und auf die Jagd zu verzichten. Dazu müßte jeder Bürger konsequent nach Biofleisch fragen und seinen Fleischkonsum ein wenig einschränken. Wenn die Produkte aus Massentierhaltung keinen Absatz mehr hätten, würde irgendwann wohl auch weniger produziert werden. Gut, letztendlich wird es nicht realisierbar sein, weil ein Großteil der Menschen froh über preiswertes und jederzeit verfügbares Fleisch und andere Tierprodukte ist. Aber es wäre eher machbar, als den Menschen für eine gesunde Natur den Massenselbstmord nahezulegen.

Original von Alex24
Und ich bin es langsam leid ständig zu "predigen" DENKT DOCH BITTE EINMAL NACH bevor IHR HANDELT. Denn es werden doch nicht alle Tiere gegessen, die vorher "beblasen" wurden oder? Einige enden ausgestopft über irgendeinem Kamin und ich möchte nicht wissen wo sonst noch. Und das findest du tatsächlich NICHT VERWERFLICH?

Welche Tiere werden denn ausgestopft? In der Regel diejenigen, die ohnehin nicht eßbar sind (Füchse, Marder etc.). Ich habe noch nirgendwo über einem Kamin ein komplettes Schwein oder einen ausgestopften Hirsch gesehen. Kopf-Hals-Präparate ja, aber da können die Tiere auch gegessen worden sein. Vom Hals oder Kopf hat man eh nicht viel zu essen. Und nein, ich finde es nicht verwerflich. Da finde ich es deutlich schlimmer, wenn täglich Tonnen von Fleisch weggeworfen werden weil sie nicht verkauft worden sind. Die Tiere sind dann wirklich zu Unrecht gestorben. Wenn ich sehe, was Samstag abends alles noch in der Fleischtheke liegt - das wandert wohl kaum alles Montags wieder dorthin (ja, auch ich hab von den Gammelfleischskandalen gehört - aber das wollen wir ja auch nicht, oder?).



Original von Alex24
Der Jäger heutzutage versteckt sich doch größtenteils hinter Gesetzen und Gegensätzen. Würde er dass nicht tun, gebe es sicher keine Geweihe an der Wand, extrem plankgeputzte Flinten und DANACH sogenannte "GUTE ERINNERUNGEN" usw. Und wer DAS tolleriert hat sich doch ganz gewaltig verraten, meinst du nicht?


Nein, das finde ich nicht! Das Geweih an der Wand finde ich nicht verwerflich, wenn das Tier in der Gefriertruhe steckt, Und Waffen müssen gepflegt werden, um eine ordentliche Schußpräzision zu gewährleisten. Sicherlich mag es Leute geben, die ihre Waffen extrem "hätscheln", aber bitte, es gibt auch Autofahrer, die täglich ihr Auto putzen. Wer daran Spaß hat, soll es bitte machen. Ich sehe da keinen direkten Zusammenhang, ob jemand nicht auch ein guter Jäger sein kann oder nicht.
Wieviele Frauen sammeln Schuhe? Lederschuhe? Brauchen sie die alle? Oder würden 2-3 Paare nicht auch ausreichen? Sie brauchen sie für ihre EItelkeit und auch dafür sind Tiere dann gestorben. Ist das wirklich besser, als sich ein Geweih an die Wand zu hängen, von einem Tier, was auch gegessen wird?


Original von Alex24

Es fällt dir wirklich schwer? Und dennoch möchtest du der Jägerschaft angehören? Passt soetwas wirklich zusammen? Bist du dir denn sicher, dass du all die Argumente, die du hier vorbringst nicht allein dem Pseudo-Schutz des ANSEHENS dieser sogenannten "Naturfreunde" vorbringst?


Warum stellst Du das in Frage? Ja, das Töten fällt mir schwer! Aber es würde mir noch schwerer fallen, die Augen vor dem gut abgeschirmten Leid der Tiere in Massentierhaltung zu verschließen.
Ich habe Freude im Umgang mit meinen Tieren, ich sorge dafür, daß es ihnen gut geht, sie Auslauf, gesundes Futter, Artgenossen etc. haben. Und letztendlich nutze ich sie auch. Und auch bei der Jagd ist das Töten nur ein kleiner Aspekt eines großen Ganzen!

Original von Alex24
Ab einer gewissen Zeit weiß ich, welche Kaninchen verkauft werden oder für die Zucht behalten werden - und welche geschlachtet werden sollen.


Wo bleibt in diesem Satz der RESPEKT vor dem Lebewesen? Du bist gegen Massentierhaltung und dass ist sehr lobenswert, dennoch verkaufst du Leben und züchtest es, sicherlich wieder jeder andere auch. (aber das ist ein anderes Thema)

Eben diese Tiere haben KEINE Chance zu fliehen und kommt es nicht fast der Massentierhaltung nahe, Tiere zu züchten? Ich kann mir nicht vorstellen, dass du nur 3 Tiere im Stall "hälst" oder? Mal davon abgesehen, ob man soetwas tiergerecht gestalten kann...


So, nun bin ich für Dich also ein Massentierhalter, der keinen Respekt vor dem Leben hat. Nette Karriere! Und schön, daß Du meine Tierhaltung so gut beurteilen kannst. Ganz ehrlich, derartige Vorwürfe finde ich nun nicht mehr sachlich!

Du bist irgendwie gegen alles, kaufst aber trotzdem Dein Schnitzel und willst aber, daß die Leute nachdenken. Worüber denn noch nachdenken, wenn es in Deinen Augen auch keine artgerechte Tierhaltung geben kann. Irgendwie muß ich doch entscheiden, welches Tier ich essen will, und von welchem Tier ich Nachwuchs haben möchte um irgendwann wieder was zu essen zu haben. Deshalb habe ich trotzdem Respekt vor dem Leben! Ich könnte es mir mit Sicherheit auch einfacher machen und mir einfach im Supermarkt kaufen, was ich wollte.


------------sorry, ich muß jetzt hier mal abbrechen, weil ich in die Uni muß. Später schreib ich weiter!--------------------------
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Beantwortet 6, Apr 2006 von Anonym
Oha ,

ich dachte die ganze Zeit dass Alex Vegetarier ist und deshalb das Töten von Tieren verabscheut. ?(
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Beantwortet 6, Apr 2006 von Anonym
Ich will jetzt mal nix negatives über die Jäger sagen aber ist es wirklich in Ordnung ein Tier vor den Augen der Besitzer zu erschießen?Was geht in so einem Kopf vor?Was ist das für ein Jäger?Der zeigt seine Macht und findet diese toll,was anderes sehe ich da nicht!
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Beantwortet 6, Apr 2006 von manee (38,820 Punkte)
@MeineFellnasen
du meinst, wenn ein Jäger einen Hund einfach so, ohne Grund erschießt? Wildern ist für mich nämlich ein Grund, weshalb meine Hündin momentan -leider- nur an der Leine ist.

Nun, ich denke, dass hat nichts damit zu tun, dass es sich um einen Jäger handelt, sondern damit, dass es überall Idioten gibt. Bei den Autofahrern, Inlineskatern, Fahrradfahrern, Eltern, Hundebesitzern, Joggern,.... Und eben auch bei den Jägern.
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Beantwortet 6, Apr 2006 von manee (38,820 Punkte)
@Dagmar
ich pack doch mal gleich die Gelegenheit beim Wickel, dich als Fachfrau was fragen zu können. Ich seh zwar öfter einen Hundebesitzer, der auch Jäger war, aber der Mann ist so schwerhörig, dass ich den Wald zusammenschreien muss, wenn ich mit ihm reden will. :))
Ich wohne in Hessen, hier gibt es jede Menge Wald. Überall sehe ich Futterstellen, an denen die Wildtiere gefüttert werden von den Jägern. Warum? Bei uns ist es nämlich so, dass der Wald aus den Nähten platzt vor Wild, zumindest hat es den Anschein. Nicht nur, dass ich, mitten am Tag, öfter Rehe sehe. Nein, Rehe und Wildschweine rennen hier Richtung Stadt über eine wirklich viel befahrene Straße, die Rehe sogar bis direkt an die Grundstücke dran in einen Waldteil, der von vielen Hundebesitzer bevölkert ist.
Verstehst du, was ich meine?
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Beantwortet 6, Apr 2006 von Bacardi (15,560 Punkte)
Original von Alex24
obwohl du diese Art der Tierhaltung selbst von dem Töten der Wildtiere abgrenzt, bin ich der Meinung, dass man die beiden Sachverhalte nicht so einfach trennen kann.


Kannst Du mir erklären, was Du damit meinst?

Original von Alex24
und ist es respektvoll die "Macht der Intelligenz" auszunutzen und im selben Moment von dem Schutz der Natur zu sprechen?


Natürlich! Man weiß inzwischen, wie z.B. die Sozialstrukturen der Wildtiere sind und vermeidet bspw. Leittiere zu schießen. Auch wenn die den deutlich größeren Braten liefern würden. Die Forschung geht immer weiter und ermöglicht den Jägern eine entsprechende Jagd. Auch finde ich es deutlich waidgerechter, wenn man heutzutage mit guter Optik und guten Waffen schießt. Auch die Geschosse werden immer weiter entwickelt und sollen einen schnellstmöglichen Tod bewirken. Sicherlich, man könnte theoretisch ein Tier auch mit Pfeil und Bogen töten (das ist bei uns aber verboten!!!), allerdings ist damit die Gefahr, das Tier unnötig zu quälen deutlich größer! Die moderne Entwicklung hat nicht nur schlechte Seiten...

Original von Alex24
Das ist wirklich sehr interessant. Du unterschätzt wohl die "Mittel", die der Mensch ist in der Lage einzusetzen, um das zu bekommen, was er haben will.. z.B. Hund, Greifvogel, präzise Knarren und freundliche Helferlein, die das LAUFEN übernehmen... schließlich muss sich doch der Jäger mit seinem Jagdfieber beschäftigen...


Ich weiß, welche Mittel den Jägern heute zur Verfügung stehen. Und richtig angewandt können sie sehr hilfreich und im Sinne der Tiere sein! Es geht aber nicht darum, daß der Jäger sich nur mit seinem "Jagdfieber" beschäftigt. Ich finde es schade, daß Du daran so verbissen festhälst.

Original von Alex24
Hier von einer CHANCE zu sprechen ist doch eine glatte Lüge und mal wieder NUR ein VORWAND...

Nein, das ist nicht richtig. Vergiß bitte nicht, daß der Jäger nicht jedes Tier schießt, was ihm vor's Gewehr läuft. Die Jugendklasse wird schwerpunktmäßig bejagt (dort wird etwa 75% des Abschußplans erfüllt). Bei den erwachsenen Tieren sieht es dann deutlich geringer aus, wieviele geschossen werden dürfen. Im Prinzip läuft es so, wie es auch in der Natur laufen würde, denn Raubtiere würden auch schwerpunktmäßig junges sowie krankes/sehr altes Wild erbeuten.
Ganz abgesehen davon wird kaum jeder Jäger lustig seinen dicken Keiler schießen. Weil das schon einfach immens teuer ist. Wer also Wert auf die Trophäe eines starken Keilers legt und kein eigenes Jagdevier hat, kann dafür locker mal 1000 Euro und mehr bezahlen. Nur für die Trophäe, das Fleisch gehört ihm dann noch lange nicht, Und für Geweihe muß ebenfalls bezahlt werden...


Original von Alex24
Aber eines weis ich, zu töten aus Platzmangel ist wirtschaftlich effektiver, als NATUR Natur sein zu lassen...


wie war das noch mit den landwirtschaftlichen Flächen? Gut 50% von Deutschland - da haben die Tiere lange was zu knabbern! Und niemand der sie stört. Wir kaufen dann Genfutter aus den USA, oder was?


Original von Alex24
Das habe ich auch nicht in Abrede gestellt. Ich bin nur davon ausgegangen, wenn du von einem verletzten Tier sprichst, dass du dann eines meinst, dass die Verletzung meistens dem Menschen zu verdanken hat. Sicherlich ist es demzufolge trotzdem eine Erlösung, dennoch aber eine manipulierte...


Richtig, die Verletzungen sind meist dem Menschen zu verdanken. Wobei dabei die angeschossenen Tiere nur einen kleineren Teil bilden, die allermeisten werden bei Verkehrsunfällen verletzt, andere verfangen sich in Zäunen, verenden an sonstigem Müll den der Mensch achtlos wegschmeißt etc. und ein Teil fällt wildernden Hunden zum Opfer.


Original von Alex24
Und ich muss auch sagen, dass ich schon das eine oder andere doch etwas anders sehe... ich will hoffen, dass wenn es schon Jäger geben muss, sie wenigstens mit deinem Sachverstand vorgehen...


Ich versuche Dir eigentlich die ganze Zeit zu erklären, daß den Jägern von heute dieser Sachverstand beigebracht wird. Ob sich alle dran halten etc. - mit Sicherheit nicht. Das sind dann die "schwarzen" Schafe, die aber in der Minderheit sind. Aber Du unterstellst allen, hirnlos im Jagdfieber unter Ausnutzung sämtlicher technischer und sonstiger Hilfsmittel auf jegliches Wild zu ballern um sich eine Trophäe über den Kamin zu hängen... Und so ist es eben bei weitem nicht.

Original von Alex24
Es mag auch sicher auch zu erheblichen Missverständnissen kommen, weil der eine (wie ich) von dem Gesetzen der anderen keinen Einblick hat oder will. Es kommt eben zuerst auf den äußeren Eindruck an und ich habe Jäger nicht nur durch die Flimmerkiste beobachten "dürfen".

Aber vielleicht führt dann eine ordentliche Diskussion auch dazu, seine Meinung nochmal zu überdenken. Und die gesetzliche Lage kann sich wirklich jeder durchlesen, das ist kein Geheimnis.

Original von Alex24
wenn du möchtest können wir uns gern einmal "natürlicher" mit diesem Thema auseinander setzen... mir fehlt aber im Moment leider etwas die dafür benötigte Zeit...

ändert sich die Situation... schreibe ich dir bescheid, falls dann noch erwünscht... :)


Ja, mach das!
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Beantwortet 6, Apr 2006 von Bacardi (15,560 Punkte)
Hallo Marion,

Original von manee
@Dagmar
ich pack doch mal gleich die Gelegenheit beim Wickel, dich als Fachfrau was fragen zu können.

Als Fachfrau sehe ich mich ganz und gar nicht. Ich bin ja noch mitten in der Ausbildung...

Original von manee
Ich wohne in Hessen, hier gibt es jede Menge Wald. Überall sehe ich Futterstellen, an denen die Wildtiere gefüttert werden von den Jägern. Warum?

Fütterungsverordnungen unterliegen den Ländern, von daher kann ich Dir nur sagen, wie das in NRW ist, für Hessen kann ich nichts sagen.
Bei uns ist die Fütterung von Schalenwild (also Rehwild, Rotwild, Damwild, Muffelwild, Schwarzwild etc) nur in Notzeiten erlaubt, also z.B. bei extremen Witterungen, geschlossener Schnee-und Eisdecke etc.

Dann kann man für Schwarzwild unter bestimmten Umständen eine Ablenkfütterung genehmigen lassen. Diese muß so konstruiert sein, daß auch nur Schwarzwild dort dran kommt und nicht z.B. Reh- oder Rotwild. Die Ablenkfütterung hat den Sinn, das Wild z.B. von Getreidefeldern etc. wegzulocken um dort Wildschäden zu vermeiden.
Im Umkreis von 200m darf auch kein Wild geschossen werden (außer bei Drückjagden).

Speziell für Schwarzwild gibt es dann noch die Anlockfütterung, Kirrung genannt. Dabei wird eine kleine Menge (etwa 1l) Getreide oder Mais in vielen Löchern in den Boden eingebracht. Die Schweine kommen dann nachts und buddeln das Futter aus, der Jäger kann dort sicher ansprechen und auch schießen. Die Kirrung ist im Prinzip eine besondere Stelle für die Jagd. Sie wird in Jägerkreisen aber durchaus kritisch diskutiert.

Vielleicht war bei Euch der Winter sehr lang? Wenn Du durch den Wald gehst, findest Du dann noch grüne Brombeerblätter oder ähnliches? Oder ist das fast komplett verschwunden? Bei uns darf übrigens nur mit Heu, Grassilage oder Rüben gefüttert werden, Getreide und Mais sind dem Schwarzwild unter bestimmten Umständen vorbehalten.

Original von manee
Bei uns ist es nämlich so, dass der Wald aus den Nähten platzt vor Wild, zumindest hat es den Anschein. Nicht nur, dass ich, mitten am Tag, öfter Rehe sehe. Nein, Rehe und Wildschweine rennen hier Richtung Stadt über eine wirklich viel befahrene Straße, die Rehe sogar bis direkt an die Grundstücke dran in einen Waldteil, der von vielen Hundebesitzer bevölkert ist.
Verstehst du, was ich meine?


Ja, ich verstehe schon was Du meinst. Es kann ja auch sein, daß bei Euch wirklich ein zu hohes Wildaufkommen ist. Das hat es hier in der Umgebung auch mal gegeben, daß dort der Abschußplan nicht eingehalten wurde. Vielleicht ist bei Euch wirklich ein Jäger, der einen möglichst hohen WIldbestand haben möchte und das entsprechend puscht. Aber das sind reine Vermutungen mit keinerlei Aussagekraft.
Man müßte z.B. wissen, ob der Wald bei Euch stark in Mitleidenschaft durch die hohen Besätze gezogen ist.

Oder ob sich das WIld evtl. einfach wohl und sicher fühlt. Ursprünglich war unser Wild tagaktiv, es ist nur durch den starken Druck durch die Menschen immer dämmerungs-und nachtaktiver geworden. Wenn bei Euch der sonstige Druck nicht so hoch ist kann es sein, daß sich das Wild deshalb zeigt und keine Angst vor dem Menschen hat. Zumal Rehe auch aufgrund ihres nicht soo großen Magens etwa alle 4-5 Stunden Nahrung aufnehmen müssen. Wenn der Druck groß ist, bleiben sie in ihren EInständen und knabbern die Bäume etc. an. Wenn sie sich sicherer fühlen, suchen sie dafür entsprechende Äsungsflächen auf.

Vielleicht gibt es bei Dir ja noch einen anderen Jäger, den Du mal fragen kannst, wie so die Situation bei Euch ist.

Ansonsten stimme ich Dir zu, daß es überall Idioten gibt!
Meinen Hund kann ich im Wald auch nicht ohne Leine laufen lassen, der würde auch Rehe zählen gehen...
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Beantwortet 6, Apr 2006 von manee (38,820 Punkte)
Na, wenn es nur beim Zählen bliebe! :D
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Beantwortet 6, Apr 2006 von Bacardi (15,560 Punkte)
Bei meinem würde es vermutlich auch nicht dabei bleiben. Ich will es aber nicht ausprobieren...
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Beantwortet 9, Apr 2006 von Anonym
...Ich dachte eigentlich, daß wir inzwischen schon soweit waren, zu realisieren, daß DAS nun nicht mehr möglich ist. Wolf, Luchs und Bär haben schlicht und ergreifend keinerlei Chance, in Deutschland flächendeckend wieder heimisch zu werden.


Stell dir vor, zu dieser Erkenntnis bin ich auch schon gekommen, dass ändert aber nichts an der Tatsache, dass es meiner Meinung nach scheinheilig ist, einen auf "guten" Jäger machen zu wollen...

Nochmal... all das macht der Mensch doch nicht aus Nächstenliebe, auch, wenn du dir das vielleicht wünschen würdest. Dieses verzerrte Bild was ein Jäger von sich und seiner Umwelt hat gefällt mir nicht, dass hat nichts oder nur SELTEN was mit NATÜRLICHKEIT zu tun.

Wie ich darauf komme? Auch unsere Disskussion trägt einen Teil dazu bei. Nicht im negativen Sinne, Jeder kann so sein wie er will, dafür ist er gottseidank MENSCH und nicht Tier, dass zum Schuss freigegeben ist, weil es im Weg herumsteht. Nein, es ist allein die Tatsache, in der ich Bestätigung finde, dass Züchtung und Verkauf von Lebewesen auch oft zu den weiteren Hobbies eines Jägers gehört.

Ich kann mich denen nicht anschließen, die dieses als Selbstverständlichkeit erachten, auch wenn es schon ein jahrtausender alter Brauch der Menschheit ist... Zu DIESER Zeit ist doch, um es mal sachlich zu betrachten die WÜRDIGUNG des Lebewesens ansich abhanden gekommen...

Sicherlich können wir noch Wochen darüber diskutieren ob es nun Sinn macht, dieses zu tun oder nicht. Aber muss es denn auch gleichzeitig RICHTIG sein? Ich weis, die Gesellschaft will es so und es ist alles auch eine Frage der wirtschaftlichen Situtation eines Landes/Staates. Dennnoch ist die EINSTELLUNG dazu NICHT RICHTIG.

Aber gut... ändern kann ich es nicht und werde sicher noch des öfteren ein "elendes vorher lebendes" Schnitzel auf dem Teller haben, aber ich bin davon überzeugt, dass es auf das Ergebnis bezogen "nicht richtiger" ist, anstelle dafür im Getto lebende Tiere zu töten.

...Dazu ist Deutschland auch viel zu dicht besiedelt und bewirtschaftet. Oder sollen die Jäger Deiner Meinung nach nun alle Jogger, Wanderer und Spaziergänger erschießen, um die menschliche Bevölkerung zu dezimieren und den Tieren ihren Lebensraum zu lassen??? Sorry, aber das steht wohl absolut außer Frage...


ooh... jetzt fühle ich mich aber mit einem Vorurteil konfrontiert...

Glaubst du denn, dass Jemand der zumindest im Kopf versucht, nicht über allen Dingen zu stehen, seine Herkunft und Mitmenschen nicht zu respektieren weis? Mir ist bewusst, dass eine solche Diskussion zwangsläufig dazu führt oder führen kann, sich ein Bild von dem Gegenüber zu machen. Und ich denke, das haben wir schon längst getan...

nur... es ist doch erstaunlich, dass es dann genau zu dieser oder ähnlichen Bemerkung kommt, nach dem Motto, um es mal überspitzt auszudrücken: Du fährst fast ohne Bedenken eine alte Oma um, bei einem Tier bevorzugst du dann doch lieber einen Baum, um es nicht zu verletzten... Vielen Dank für diese Beurteilung....

denn wenn ich NUR den TIEREN ihren Lebensraum lasse/gönne, widerspreche ich doch meinem eigenem Rechtsempfinden, dass heißt GEMEINSAM wäre der RICHTIGE WEG.

..Da können wir uns noch so sehr die Raubtiere zurückwünschen, sie haben keinen Lebensraum mehr. Und daran sind nicht die Jäger schuld!..


Davon habe ich auch NIE das Gegenteil behauptet. Allerdings nutzt er den Umstand aus und macht es zu einem Sport/Ritual, allein DAS werfe ich ihm vor...

So, die vergeht dabei FAST der Appetit. Und Du kannst WOCHENLANG nichts davon essen. Und danach??? Leiden die Tiere genauso, aber das schlechte Gewissen hat sich wieder beruhigt. Man wird ja auch gottseidank nicht täglich damit konfrontiert. Und kann zur Not die Sendung ja auch wegzappen, wenn einem nicht danach ist.


Richtig... aber ich glaube DAS solltest du vorallem all JENEN sagen, die dieses stillschweigend hinnehmen. Ich schalte nicht um, um zu vergessen oder mein Gewissen zu beruhigen, sondern um nicht ständig genötigt zu sein mich darüber aufzuregen. Denn schließlich hört man mich nicht durch die Flimmerkiste, sodass es doch vergebene Mühe ist/wäre.

Komme ich allerdings in eine Situation in der eine Kommunikation möglich ist, SEHE ICH NICHT EINFACH WEG. Ich versuche das Weltbild des Einen oder Anderen zu bewegen. Und nicht dass mich jetzt jemand falsch versteht, ich möchte NIEMANDEN MEINE MEINUNG aufzwingen, ich möchte einfach nur zum Nachdenken anregen. DAS haben doch leider viele verlernt...

Was hat das mit Heiligenschein zu tun? Und warum geht das genauso wenig?...


...ich wälte diesen Metapher um auszudrücken, dass man in dieser Situation endlich all die Vorwürfe und vorallem Vorurteile abwerfen könnte.. weil DAS in unserer Natur liegt...

hast du selbst nicht schon geschrieben, dass wir zu der Erkenntnis gekommen sind, dass weder genügend Platz vorhanden ist?... und ich ergänze zu diesem Sachverhalt: noch dass der Mensch dazu in der Lage ist natürlich zu handeln.
Also warum fragst du?

...Ich halte das eher realisierbar, als sämtliche Raubtiere wieder anzusiedeln und auf die Jagd zu verzichten. Dazu müßte jeder Bürger konsequent nach Biofleisch fragen und seinen Fleischkonsum ein wenig einschränken. Wenn die Produkte aus Massentierhaltung keinen Absatz mehr hätten, würde irgendwann wohl auch weniger produziert werden. Gut, letztendlich wird es nicht realisierbar sein, weil ein Großteil der Menschen froh über preiswertes und jederzeit verfügbares Fleisch und andere Tierprodukte ist.


EBEN... wie gut passt hier doch der Spruch: GEIZ IST GEIL ?
KONSEQUENZ wäre der richtige Ansatz... nur leider ist auch Bequemlichkeit GEIL...

...Aber es wäre eher machbar, als den Menschen für eine gesunde Natur den Massenselbstmord nahezulegen...


Ich meine doch, dass es ein etwas missglückter Vergleich ist. Es gibt gerade in der Deutschen Geschichte ein Kapitel, dass wohl so ähnliches im Auge hatte. Und ich möchte mich davon erhebllich distanzieren. Soetwas hat in keinster Weise etwas mit LEBEN zu tun...

..Welche Tiere werden denn ausgestopft? In der Regel diejenigen, die ohnehin nicht eßbar sind (Füchse, Marder etc.)...


Es entsteht für mich der Eindruck, dass du mir versuchst zu erklären, dass es SINNVOLL ist, dafür zu sterben, ausgestopft an der Wand zu hängen? Kannst du dir nicht vorstellen, dass mancher Mensch DAS als EKELHAFT empfindet und es nicht gerade zum Image des "guten" Jägers beiträgt? Und wird z.B. ein Hirsch IMMER aus dem Zustand heraus getötet, er sei einer zuviel, oder wohl doch nicht ehr seines SCHÖNEN GEWEIHES wegen?

Wollen wir mal 10 Jäger nach ihrer EHRLICHEN ANTWORT fragen?

Ich empfinde diese Methoden der Wegwerfgesellschaft nicht schlimmer. Man kann das eine nicht so einfach gegen das andere austauschen. Ist es nicht genauso SCHLIMM als Staubfänger in irgendeinem Wohnzimmer zu landen? WAS hat das für einen Sinn? Irgendwann wird auch DAS weggeschmissen...

...Wenn ich sehe, was Samstag abends alles noch in der Fleischtheke liegt - das wandert wohl kaum alles Montags wieder dorthin (ja, auch ich hab von den Gammelfleischskandalen gehört - aber das wollen wir ja auch nicht, oder?)....


Ist doch sehr lecker oder nicht? Die "Geiz ist Geil"-Methode hat nun mal gottseidank auch ihre Nebenwirkungen, sonst befürchte ich, würde der Mensch gar nichts dazulernen....

..Und Waffen müssen gepflegt werden, um eine ordentliche Schuß
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Beantwortet 9, Apr 2006 von Anonym
----------------Fortsetzung-----------------------------------------

...Auch finde ich es deutlich waidgerechter, wenn man heutzutage mit guter Optik und guten Waffen schießt. Auch die Geschosse werden immer weiter entwickelt und sollen einen schnellstmöglichen Tod bewirken. Sicherlich, man könnte theoretisch ein Tier auch mit Pfeil und Bogen töten (das ist bei uns aber verboten!!!), allerdings ist damit die Gefahr, das Tier unnötig zu quälen deutlich größer! Die moderne Entwicklung hat nicht nur schlechte Seiten...


Als ich einen Jäger beschrieb mit gut geputzer Flinte, meinte ich damit nicht, dass er lieber, wie ein Höhlenmensch mit Pfeil und Bogen schießen sollte. Quälerrei sollte man vermeiden, darin zumindest sind wir uns einig. Und in dem Zusammenhang lobe auch ich mal die moderne Entwicklung...

Ich wollte damit zum Ausdruck bringen, wie ich auch weiter oben schon erwähnt habe, dass zu mindest viele Jäger ihre Sachen pflegen, weil sie Freude an dem "nützlichen" Sport haben. Genauso, wie man oft auch sieht, ob ein Mensch Freude an seinem Auto hat...

...Ich weiß, welche Mittel den Jägern heute zur Verfügung stehen. Und richtig angewandt können sie sehr hilfreich und im Sinne der Tiere sein! Es geht aber nicht darum, daß der Jäger sich nur mit seinem "Jagdfieber" beschäftigt. Ich finde es schade, daß Du daran so verbissen festhälst....


Keiner kann sich NUR mit einer Sache beschäftigen, das ist mir schon klar. Ich reite nur immer mal wieder auf dieser Sache herum, weil es oft genug zustimmt, aber kaum jemand zugibt... Ich empfinde es nicht als sehr respektvoll, wenn sich in der Jägersprache ein solches Wort entwickelt... genau deswegen erwähne ich es immer wieder....

Nein, das ist nicht richtig. Vergiß bitte nicht, daß der Jäger nicht jedes Tier schießt, was ihm vor's Gewehr läuft. Die Jugendklasse wird schwerpunktmäßig bejagt (dort wird etwa 75% des Abschußplans erfüllt). Bei den erwachsenen Tieren sieht es dann deutlich geringer aus, wieviele geschossen werden dürfen. Im Prinzip läuft es so, wie es auch in der Natur laufen würde, denn Raubtiere würden auch schwerpunktmäßig junges sowie krankes/sehr altes Wild erbeuten.
Ganz abgesehen davon wird kaum jeder Jäger lustig seinen dicken Keiler schießen. Weil das schon einfach immens teuer ist. Wer also Wert auf die Trophäe eines starken Keilers legt und kein eigenes Jagdevier hat, kann dafür locker mal 1000 Euro und mehr bezahlen. Nur für die Trophäe, das Fleisch gehört ihm dann noch lange nicht, Und für Geweihe muß ebenfalls bezahlt werden...


Wenn es wirklich so abläuft, sehe ich es auch nicht als soooooo verachtend an nur steckt mir trotzdem, wie schon oft von mir geschrieben viel zu viel Liebe in der Tötung. Und an dieser Stelle hört meine Akzeptanz abrupt auf.

Ich habe auch schon einen Bericht gesehen, in der Jäger in ihrer Stammkneipe mit einem frisch geköpften Wildschweinkopf auf dem Tisch!!! darüber philosophiert haben, dass das dumme Vieh zwar geglaubt habe es könne entkommen, aber vor einem RICHTIGEN SCHÜTZEN doch eh keine Chance habe. Und wie gut es doch sei ES anstelle einer reudigen Katze zu schießen...

Es war zwar sehr brutal, aber wenigstens haben sie die Wahrheit gesagt... wenn auch nur aus dem Grunde heraus... ihre Identität nicht preiszugeben... es war nämlich kein kleiner "billiger" Verein, sondern es handelte sich um einen mit etlichen begeisternden Mitgliedern... Wenn soetwas nicht EKELHAFT ist? Wahrhaftig viele schwarze Schafe, um die man sich da hoffentlich gekümmert hat...

...wie war das noch mit den landwirtschaftlichen Flächen? Gut 50% von Deutschland - da haben die Tiere lange was zu knabbern! Und niemand der sie stört. Wir kaufen dann Genfutter aus den USA, oder was?...


Es gibt keine Pestizite, keine Fallen? Keiner stört sie, außer vielleicht die Erntemaschinen, die nicht nur Getreide und der gleichen klein häckseln... Und in so gut überschaubaren Flächen schießt es sich auch nicht gerade schlecht, oder?

Was brauchen wir das Genfutter aus dem Ausland? Wir haben doch selbst mehr als genug davon, oder glaubst du, dass die paar "wilden" Tiere uns das Essen streitig machen können? Da muss aber da Jäger andauernt jahrhundertelang daneben schießen, bevor das geschieht...
und wir sprechen jetzt bitte nicht von Insekten, deren Konsentration konnte der Mensch noch in keiner Weise effektiv mindern, und dabei haben die Viecher doch nicht mal ein Gehirn oder?

Ich versuche Dir eigentlich die ganze Zeit zu erklären, daß den Jägern von heute dieser Sachverstand beigebracht wird. Ob sich alle dran halten etc. - mit Sicherheit nicht. Das sind dann die "schwarzen" Schafe, die aber in der Minderheit sind. Aber Du unterstellst allen, hirnlos im Jagdfieber unter Ausnutzung sämtlicher technischer und sonstiger Hilfsmittel auf jegliches Wild zu ballern um sich eine Trophäe über den Kamin zu hängen... Und so ist es eben bei weitem nicht.


wieso bist du dir eigentlich so sicher, das deine Sicht auf dieses Thema richtig ist? Ich meine, weist du ganz genau, dass die Jäger, mit denen du Umgang hast, dir wirklich die Wahrheit sagen?

Es ist eben auch nicht meine Schuld, dass das ganze so wirkt , wie es wirkt und würde es nur ein ganz geringer Teil "vermasseln", wieso hält sich dann das "Gerücht" so hartnäckig, dass das eine oder andere nicht in Ordnung ist?

Wie wird denn letztendlich ein Gerücht zum Gerücht? Weil immer etwas Wahrheit darin steckt vielleicht?

Aber vielleicht führt dann eine ordentliche Diskussion auch dazu, seine Meinung nochmal zu überdenken. Und die gesetzliche Lage kann sich wirklich jeder durchlesen, das ist kein Geheimnis.


Das gewiss... keine Frage... Nur müssen wir hier darüber diskutieren ob Gesetze, so wie sie verfasst sind, auch eingehalten werden? Ich bitte dich... diese Annahme wäre doch sehr naiv...

Nungut... wir fangen langsam an uns hier im Kreis zu drehen.
Es wäre sicherlich töricht und dumm von mir, all diese Anschuldigungen auf ALLE JÄGER zu projizieren, das liegt mir wirklich völlig fern. Es gibt Einige, auf die das zutrifft und im Gegensatz zu dir bin ich nicht der Ansicht, dass diese sich in der Minderheit befinden.... leider...
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Beantwortet 10, Apr 2006 von Bacardi (15,560 Punkte)
Hallo Alex,

ich finde es ehrlich gesagt schade, daß sich diese anfänglich sachliche Diskussion derartig entwickelt hat. Beim Lesen Deiner Antwort ist mir nicht nur einmal der Hut hochgegangen. Ich habe ehrlich gesagt keine Lust mehr, diese Diskussion derartig weiterzuführen. Du hast Deine extrem schlechte Meinung von Jägern, die es alle lieben zu töten, nur um des Tötens Willen und um sich Knochen an die Wand zu hängen. Ich weiß, daß es sehr sehr viele Jäger gibt, die das deutlich anders sehen.

Du hast Deine Vorurteile, ich habe deutlich andere Erfahrungen gemacht! Du kannst aber die "gute" Seite nicht akzeptieren und versuchst aus allem noch einen Strick zu drehen. Bitte schön! Ich denke, daß ich die Thematik soweit beleuchtet habe, daß sich andere Leser auch ein Bild von der "anderen" Seite machen können.

Was mir in Deinen Ausführungen fehlt, ist eine einzige wirklich durchführbare Alternative. Du bringst irgendwelche Idealvorstellungen an, die aber schlicht und ergreifend in keinster Weise realisierbar sind. Und ich will eine so ernste Diskussion nicht auf der Basis einer Traumwelt aufbauen!

Nimm die Situation in der wir heute leben und überleg mal, was wirklich realisierbar ist und was nicht. Mit all den Menschen, die hier leben. Und nur um das mal schnell klarzustellen, ich sage nicht, daß ich einen Massenselbstmord will oder mir die Menschen nicht wichtig seien - ganz und gar nicht!!! Von Dir kam der Vorschlag, die Raubtiere zurück zu holen damit die bösen Jäger endlich das arme Bambi in Ruhe lassen; aber für die Raubtiere sind einfach zu viele Menschen da... ich sage die ganze Zeit, daß das nicht funktionieren kann. Deshalb stört es mich ja auch, daß Du die ganze Zeit die ideale Traumwelt als Basis zur Diskussion anbringst.

Du willst, das die Menschen anfangen nachzudenken. Das will ich auch. Und zum Nachdenken gehört es auch, die Dinge mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten...
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Beantwortet 10, Apr 2006 von Anonym
Ich finde es auch schade dass es so entgleist und ich denke es ist nicht möglich gleichzeitig Schnitzel essen zu wollen und das töten von Tieren zu verurteilen.

Das paßt halt nicht zusammen.

Ich habe mit Dagmar früher auch schon diese Diskussion gehabt und aus meiner Nußschale heraus als Vegetarier argumentiert, habe aber letztendlich auch einiges nachvollziehen können was Dagmar anführt und fanatisch möchte ich nicht agieren.

Wenn ich alles nicht gelten lasse bin ich nämlich schon auf dem besten Weg zu Fanatismus.

Ich würde empfehlen noch mal in ruhe alles durchzulesen und sich nicht nur über die Stellen zu ärgern die einem nicht passen sondern zu überlegen ob die gutgemeinten Punkte nicht doch akzeptabel sind?
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Beantwortet 10, Apr 2006 von Anonym
Hi...

@Katie... das ist so nicht richtig. Ich habe geschrieben, dass ich es nicht in Ordnung finde, WIE mit anderen Lebewesen umgegangen wird. Nichts anderes... das hat nichts damit zu tun, dass jedenfalls die meisten Menschen auch tierische Nachrung zu sich nehmen...

Als Vegetarier heraus hast du sicherlich ganz andere Argumente, die dafür oder dageben sprechen..

@Bacardi... du bist genauso von deiner Sicht der Dinge überzeugt, wie ich von der meinen. Anscheinend ist dir überhaupt nicht aufgefallen, dass ich DEINE Sicht zu dem Thema besser akzeptieren kann, als manch andere in dem Bereich...

Denn ist es doch so... du hast all die positiven Sichtweisen geliefert und ich die negativen... mögen sich die Mitleser nun ein Urteil bilden. Mehr war doch nicht beabsichtigt oder?

Und wie gesagt, nichts davon war persönlich gemeint...

zu deiner Beruhigung.... das eine oder andere Mal standen mir auch die Haare zu Berge... aber... unterschiedliche Sichtweisen, unterschiedliche Emotionen...

Die Perspektive ab und zu zu ändern ist wichtig für JEDEN...

Und über den Fanatismus schweige ich besser...
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