Kopftuch bei moslemischen Lehrerinnen?

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Gefragt 25, Sep 2003 in Forum-Café von Brigitte (131,540 Punkte)
Hallo, Ihr Lieben,

ich will hier keine große politische Diskussion starten - passt auch nicht in dieses Forum.

Aber allgemein interessiert mich Eure Meinung dazu:

Das Verfassungsgericht hat ja gerade beschlossen, dass die einzelnen Bundesländer per Gesetz selber entscheiden sollen, ob moslemische Lehrerinnen im öffentlichen Dienst Kopftücher tragen dürfen oder nicht.

Meine persönliche Meinung ist:

Auch Frauen mit Kopftüchern sollen an Schulen unterrichten dürfen.

Was meint Ihr dazu? Muss so etwas überhaupt per Gesetz geregelt werden?

Viele Grüße
Brigitte :) :)

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13 Antworten

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Beantwortet 25, Sep 2003 von Anonym
Hmm,

ich weiß nicht so recht. Das Kopftuch ist bei muslimischen Frauen ein klares Zeichen der Religionszugehörigkeit; ihren Glauben dürfen sie allerdings auch mittlerweile ohne Kopftuch ausüben.

So ist das Kreuz ja auch ein christliches Symbol. Viele jugendliche tragen aber ein Kreuz um den Hals, ohne einen Gedanken an Gott zu "verschwenden". Somit ist es wiederum nur ein modisches Accesoire.

So gesehen könnte jeder auf dem Kopf tragen, was er will!
Was wäre, wenn die Lehrer sich plötzlich rote Hörner als Teufelssymbol tragen würden? Wäre man dann auch so tolerant?

Am Sonntag im Phantasialand waren auch zwei junge Frauen mit Kopftüchern, während Ihre Freunde "ganz normal" rumliefen. Ob sie sich wohlfühlten dabei oder es einfach nur gewohnt sind?

Ich bin mir einfach noch nicht schlüssig, was ich davon halten soll! :nixweiss: Ich finde es nicht OK, aber nur deswegen verbieten???
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Beantwortet 25, Sep 2003 von Brigitte (131,540 Punkte)
Ich fand die Diskussionen darüber in den Medien ganz interessant.

Der Free-Mail-Anbieter GMX macht zu dem Thema gerade eine Umfrage.

Bislang sind dort nur 39 % der Leute, die abgestimmt haben, dafür, dass moslemische Frauen in Schulen Kopftücher tragen dürfen.

Ich hätte eigentlich eine Stimmenverteilung von ca. 50 zu 50 erwartet.

Viele Grüße
Brigitte :) :)
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Beantwortet 25, Sep 2003 von Manu (65,400 Punkte)
Also ich habe dazu eigentlich eine klare Meinung, wieso sollten sie die nicht tragen dürfen? Ich meine, sie müssen sie zur Ausübung ihrer Religion hier nicht tragen, aber wennsie wollen, dann soll man sie ruhig lassen, finde ich.

Ich meine, andere tragen, wie Stefan sagt, Kreuze um den Hals ohne Bedeutung, niemand denkt sich was dabei. Ich persönlich finde es nicht schlimm. Nonnen tragen ja im Unterricht auch ihre normale "Ordenskluft", wieso dann nicht auch die anderen?

Klar ist das vielleicht gewöhnungsbedürftig, aber heutzutage sitzen auch so viele Schülerinnen mit Kopftuch in der Schule, wieso dann nicht auch die Lehrer?
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Beantwortet 25, Sep 2003 von Brigitte (131,540 Punkte)
Wenn moslemische Lehrerinnen dann im Dienst Kopftücher tragen dürfen, dann muss man dieses Recht natürlich auch allen anderen Berufsgruppen im öffentlichen Dienst einräumen.

Wann sehen wir dann die ersten moslemischen Polizistinnen mit Kopftuch? Das ist dann aber schon schwieriger. Wie sollen sie über dem Tuch dann noch ihre Dienstmütze tragen?! :D

Viele Grüße
Brigitte :) :)
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Beantwortet 25, Sep 2003 von Manu (65,400 Punkte)
Nein, das ist was anderes, das hat nichts mit Öffentlicher Dienst, sondern mit Dienstuniformzwang zu tun, Polizisten müssen genauso wie Krankenschwestern und Soldaten Uniform tragen, dasist vertraglich geregelt.

Ein Verstoß würde zu Disziplinarverfahren bis hin zur Suspendierung und unehrenhaften Entlassung führen. Man darf ja nicht einmal ohne KOpfbedeckung außerhalb von Gebäuden rumlaufen. Die sind da sehr streng!
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Beantwortet 25, Sep 2003 von Anonym
Wenn die Lehrer dagegen was haebn, sollten sie mal eine Zeit lang alle mit total verrückten Hüten unterrichten. Ist ja schließlich persönliche Freiheit, oder?

Dann ist es eine Frage der Zeit, bis die Schule einschreitet.

Wie gesagt, ich bin mir nicht sicher, was ich denken soll. Andererseits hat der muslimische Glaube für mich schon immer etwas unheimliches und ich verbinde ihn leider schnell mit Anti-Christentum, Intoleranz und Gewalt.
Deswegen wäre ich aus emotionellen Gründen strikt gegen das Kopftuch. Aber das ist nicht rational und unfair. Deswegen kann ich mir momentan keine Meinug bilden. :nixweiss:
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Beantwortet 25, Sep 2003 von Brigitte (131,540 Punkte)
Na ja, es ist eben auch immer die Frage, wieviel Anpassung an unsere Kultur wir von den bei uns lebenden Ausländern verlangen können und sollen.

Wenn ich umgekehrt in sehr streng gläubige moslemische Länder reise, dann muss ich dort in einigen Ländern sogar als Christin ebenfalls ein Kopftuch tragen.

Oder in Saudi-Arabien verbietet man den dort arbeitenden ausländischen christlichen Ingenieuren, selbst in ihren Ausländer-Camps zu Weihnachten einen Weihnachtsbaum aufzustellen.

Etwas mehr Toleranz gegenüber fremden Kulturen wäre wohl in vielen Ländern dieser Welt ganz sinnvoll.

Viele Grüße
Brigitte :) :)
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Beantwortet 25, Sep 2003 von Gabi (105,260 Punkte)
Hallo!

Mich stört es nicht, wenn die Lehrerin in Zukunft mit einem Kopftuch unterrichtet. Warum auch? Das Kopftuch mindert bestimmt nicht ihre Kompetenz.

Ich kann leider mit Religion nicht viel anfangen, aber zu meiner Schulzeit mußten wir sogar jeden Morgen zu Unterrichtsbeginn noch beten. Gibt es das heute auch noch?
In jedem Klassenzimmer hing ein Kreuz, wir mußten einmal in der Woche zum Gottesdienst. Derjenige, der nicht ging, bekam einen Eintrag ins Klassenbuch. Ich muß dazu sagen, ich bin evangelisch getauft und die Schule war eine katholische. Trotzdem mußten auch wir Evangelischen in den evangelischen Gottesdienst. Es ist kontrolliert worden und wer fehlte, mußte schon eine plausible Erklärung haben.

Mir ist es völlig egal, welcher Religion meine Freunde angehören, ob es jetzt Moslems sind, Christen oder Buddisten. Solange mich keiner von seiner Religion überzeugen will und mich mit meiner Meinung dazu akzeptiert, habe ich kein Problem damit.
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Beantwortet 25, Sep 2003 von Brigitte (131,540 Punkte)
Hallo,

aber einige Eltern von Kindern bei uns scheinen doch Probleme damit zu haben, wenn ihre Kinder von einer Lehrerin mit Kopftuch unterrichtet werden.

Wie erklärt sich sonst das Ergebnis der Meinungsumfrage bei GMX, welches ich oben zitiert habe?

Richtig! Die Kompetenz einer solchen Lehrerin ist damit doch nicht in Frage gestellt.

Und die Eltern von deutschen Kindern bräuchten doch überhaupt nicht zu befürchten, dass ihre Kinder sich die Kopftuch tragende Lehrerin als Beispiel nehmen und dann ebenfalls ein Kopftuch tragen wollen.

Und wenn eine solche Lehrerin z. B. Physik oder Chemie unterrichtet, besteht m. E. keine Gefahr einer religiösen Indoktrinierung. Es verlangt ja niemand von den deutschen Schulkindern, dass sie am Islam-Unterricht teilnehmen.

Viele Grüße
Brigitte :) :)
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Beantwortet 25, Sep 2003 von Gabi (105,260 Punkte)
Viele wollen ein einiges Europa und stören sich dann an einem Kopftuch?

Wie reagieren diese Leute, wenn ein Pfarrer dann Religionsunterricht gibt und seinen weißen Kragen (ich weiß leider nicht, wie man den nennt), trägt?

Ist das nicht genauso ein Zeichen für seine Religionszugehörigkeit wie das Kopftuch der Lehrerin?
Beeinflußt das die Kinder nicht genauso?

Wie ist das heute an den Schulen, die nur katholischen oder evangelischen Religionsunterricht anbieten, obwohl auch z.B. viele türkische Kinder in der Klasse sind, die dem Islam angehören?

Wenn ich mir überlege, daß ein Verfassungsgericht über ein Kopftuch verhandeln muß, ich weiß nicht.
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Beantwortet 25, Sep 2003 von Brigitte (131,540 Punkte)
Hallo Gabi,

der Pfarrer mit seinem weißen Kragen gibt aber christlichen Religionsunterricht. Darf dieser Pfarrer auch Chemie unterrichten mit seinem weißen Kragen? :?

Viele Grüße
Brigitte :) :)
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Beantwortet 26, Sep 2003 von Meike (43,440 Punkte)
Hallo zusammen!

Ich finde dieses Thema ganz schwierig. Auch, weil ich eben im Krankenhaus schon häufiger Frauen mit Kopftüchern gesehen habe. Nicht als Patientinnen oder Besucher, sondern als Ärztinnen oder Schwestern. Auf einer Normalstation stört mich das eher nicht. Aber im OP oder auf einer Intensivstation?

In der Schule stört es vordergründig mit Sicherheit nicht. Aber: Lehrer in Deutschland sind immer noch deutsche Beamte. Sie brauchen die deutsche Staatsangehörigkeit. Deutschland ist kein Multikultiland wie beispielsweise die USA. Und der Islam ist mit Sicherheit auch (noch) nicht die deutsche Staatsreligion ;) .

Pfarrer oder Nonnen unterrichten an Schulen, die klar dem Katholizismus verschrieben sind. Analog hätte ich auch überhaupt keine Bedenken, eine bekopftuchte Frau in einer Koranschule zu sehen (ja, ich weiß, daß Muslims damit nicht wirklich einverstanden wären, da eine Frau zu sehen ;) ). Aber an einer "normalen" Schule, an der sich Eltern überlegen können, ihre Kinder vom Religionsunterricht befreien zu lassen, kann ich verstehen, daß eine bekopftuchte Lehrerin auf Mißbilligung stößt. Ob ich das als Elternteil selber so sehen würde, weiß ich nicht... Ich kann mir aber vorstellen, daß so eine Lehrerin es sich selbst nicht unbedingt leichter macht. Auch was die Akzeptanz bei ihren Schülern anlangt. Immerhin sind Frauen in der Welt des Islam in der Regel diejenigen, die von den Männern Befehle annehmen. Wenn dann da in der Oberstufe auf einmal muslimische Jungs anfangen, herumzukommandieren, dann fällt es der muslimischen Lehrerin mit Sicherheit schwerer, die Jungs zur Ordnung zu rufen. Zumal sie noch ganz andere Rechtfertigungsprobleme gegenüber den Vätern gibt bzw. geben kann. Sowas hab ich bei meiner Ma häufiger mitbekommen, und das stimmt mich dann doch sehr skeptisch...
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Beantwortet 26, Sep 2003 von Brigitte (131,540 Punkte)
Hallo Meike,

ja, das ist schon ein gewichtiges Argument, dass so eine Lehrerin mit Kopftuch bei ihren Schülern nicht auf Akzeptanz stößt. Das ist womöglich auch so!

Aber: Diese o. g. Frau mit Kopftuch, die da vor deutsche Gerichte gezogen ist, SCHEINT doch ihr Kopftuch freiwillig und aus Überzeugung zu tragen! Fühlt eine solche Frau sich denn wirklich durch ein von Männern ihrer Relgionsgemeinschaft beherrschtes Patriarchat unterdrückt? Wohl kaum, denn sonst würde sie ja nicht vor Gericht ziehen, um ihre "Unterdrückung" zu verteidigen!

Aber ich denke auch: Dies alles sind Fragen, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven heraus nicht auf einen Nenner bringen lassen: Einerseits die Meinungs-, Persönlichkeits- und Religionsfreiheit und andererseits den Anspruch eines jeden Staates, seine gesellschaftliche Ordnung demokratisch (in vielen Ländern nicht demokratisch) selbst zu bestimmen.

Ich war und bin nur etwas erstaunt darüber, dass solche Fragen überhaupt vor den höchsten Gerichten geklärt werden müssen.

Viele Grüße
Brigitte :) :)
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