Hallo,
in meinem Schwarm gibt es keine optisch sichtbaren Polyoma-Vögel (Rennerkrankheit).
Ich züchte ja nicht selber und habe alle meine Vögel von Züchtern oder aus Zoohandlungen.
Einer meiner Wellis ist kürzlich sehr wahrscheinlich an GLS gestorben.
Ein Züchter meinte, die anderen könnten dennoch latent mit Polyoma infiziert sein und dann an GLS erkranken.
Was wisst Ihr über die Zusammenhänge zwischen GLS und dem Polyoma-Virus?
Viele Grüße
Brigitte 🙂 🙂
13 Gedanken zu “Zusammenhang zwischen GLS und Polyoma?”
Hallo Brigitte!
Die Wahrscheinlichkeit dafür, daß Deine Truppe sowohl mit Megabakterien infiziert ist und mit Polyoma, ist verhältnismäßig gering.
Ich weiß, daß jemand, den wir beide aus älteren Zeiten des HTC kennen, vor längerer Zeit diesen recht aberwitzigen Zusammenhang hergestellt hat, aber der ist und bleibt Quark. Das sind zwei absolut verschiedene Erkrankungen, die per se miteinander soviel zu tun haben, wie der Fisch mit dem Leben an Land.
LG
Meike
Hallo Meike,
ja, ich weiß, auf wen Du da Bezug nimmst.
Den habe ich bereits per Mail kontaktiert und ihm dieselbe Frage gestellt. Er bleibt bei seiner Aussage, dass es einen Zusammenhang zwischen GLS und Polyoma gebe. – Ich bin nur medizinischer Laie, deshalb stelle ich solche Fragen.
Allerdings kann ICH diese Aussage ohne genaues Hintergrundwissen nicht verifizieren. (Hat jemand Links zu wissenschaftlichen Berichten dazu?)
Wenn nächste Woche mein vogelkundiger TA, Dr. Steinmetz in Mainz, aus dem Urlaub zurück ist, werde ich ihn mal konsultieren und fragen, ob ich ihm mal ein paar meiner Vögel zur General-Untersuchung bringe oder ob ggf. auch eine Sammelkotprobe des ganzen Schwarmes ausreicht.
Ich bin derzeit etwas in Panik, vielleicht versteht Ihr das: Nach dem plötzlichen Tod meines Hahnes Toni möchte ich keinerlei Risiken eingehen, dass evtl. Krankheitserreger im Schwarm bestehen.
Polyoma dürfte aber doch, selbst wenn ich latent infizierte Vögel hätte, doch kaum eine Rolle spielen, oder doch? (Latent infizierte Vögel sind doch z. B. bei Nachzuchten nach einer Durchseuchung von ca. 6 Monaten nicht mehr Ansteckungsherd, oder sehe ich das falsch?)
Viele Grüße
Brigitte 🙂 🙂
Hallo Brigitte!
Ich verstehe nicht so ganz… Du hast doch weder für Megabakterien noch für Polyomaviren einen konkreten Nachweis in Deinem Bestand, oder?
Polyoma ist am lebenden Tier sicher nachzuweisen – warum versuchst Du das nicht? Damit könntest Du Deine Angst vermutlich ad acta legen.
Er bleibt bei seiner Aussage, gut soll er machen. Ich hatte aber schon damals erklärt, wie das zu verstehen ist, mit dem „Zusammenhang“. Ein anderer Zusammenhang als eben der, daß schwere Krankheiten das Immunsystem schwächen und für andere anfällig machen, gibt es nicht. Aber dann besteht auch ein Zusammenhang zwischen Pfeifferschem Drüsenfieber und Grippe oder Keuchhusten oder Röteln oder was weiß ich was.
Ich habe nach der letzten hitzigen Diskussion diesbezüglich nach Literatur gesucht und keine gefunden. Wie soll man auch Literatur zu einem Zusammenhang finden, der nicht existiert?
LG
Meike
Hallo Meike,
nein, bislang konnten keine Polyomaviren und keine Megabakteriose nachgewiesen werden.
A propos Polyoma: Macht es denn einen Sinn, bei allen meiner 15 Vögel eine DNA-Analyse zu machen, um nach dem Polyoma-Virus zu suchen?
Noch, zudem es ja offensichtlich wissenschaftlich doch nicht nachgewiesen werden kann, dass das Polyoma-Virus in einem Zusammenhang mit GLS steht? – Ich beantworte mir die Frage gleich selber: wohl kaum.
Aber ich werde den Bestand, wenn mein vogelkundiger TA aus dem Urlaub zurück ist, mal auf Megabakterien untersuchen lassen.
Sollte ich da eine Sammelkotprobe ALLER Vögel untersuchen lassen? Oder soll ich einfach mal 4 oder 5 Vögel zur General-Untersuchung zum TA bringen? Ich will nicht unbedingt alle 15 Vögel auf einmal transportieren müssen.
Viele Grüße
Brigitte 🙂 🙂
Hallo Brigitte!
Daß Megabakterien unter Umständen nur schwer nachweisbar sind, weißt Du ja… Allein von daher würde ich es bei einer Sammelkotprobe bewenden lassen. Ich denke kaum, daß es Sinn macht, 15 Vögel durchzuröngten und von allen eine Kultur anlegen zu lassen. Ich halte den Aufwand auch für nicht gerechtfertigt.
Denn Du mußt Dir ja auch überlegen, was für einen Nutzen das hätte. Du wüßtest zwar, daß Du Megabakterien oder Polyoma im Bestand hast, aber Ersteres behandelst Du nur bei einer klinischen Symptomatik, Zweiteres ist nicht behandelbar. Allein das rechtfertigt meiner Meinung nach, den Vögeln bis auf weiteres (also bis zum Auftreten von Symptomen) eine Komplettdiagnostik zu ersparen.
LG
Meike
Hallo Brigitte,
also erstmal: bleib mal ruhig, ich hatte 100%ig polyomapositive Vögel im Bestand und züchte und hatte noch nie einen Renner! Auch sind keine behinderten Vögel gefallen oder übermässig viele tote Küken dabei gewesen.
Was würde es dir nutzen, wenn du wüsstest du hättest Polyoma im Bestand, man kann einen akut kranken nicht von einem chronisch kranken Vogel unterscheiden, man hat nur das Ergebnis „positiv“. Was nutzt dir das also?
Und der Zusammenhang zwischen dem Polyomavirus und den Megabaktierien halte ich mit Verlaub für Wichtigtuerei! Und das nicht nur weil ich weiß, wer diese These aufgestellt hat. Wie viele Todesfälle hätte ich dann an GLS und Polyoma schon haben müssen in meinem Schwarm … unzählige!
Hallo Manu,
hattest Du denn schon mal GLS im Bestand – jetzt völlig unabhängig von Polyoma?
Viele Grüße
Brigitte 🙂 🙂
Nein, noch nie.
Und wenn der Zusammenhang bestünde und alle Polyomavögel solche Seuchenscheludern wären, wie dieser Herr oben sagt und propagiert, dann wären alle meine Vögel tot.
Übrigens hat er mir das auch damals schon für meinen Polyomabestand vorhergesagt und … ? Alle fit und gesund!
Hallo,
ich habe nachgedacht:
Ich werde demnächst mal 3 oder 4 Vögel zum TA bringen zur Generaluntersuchung und eine Sammelkotprobe des ganzen Schwarmes untersuchen lassen.
Alle 15 zu untersuchen, wäre wohl für die Vögel auch zu stressig, wenn kein Verdachtsmoment vorliegt.
Viele Grüße
Brigitte 🙂 🙂
Hallo,
nur nochmal zum Thema „Nachweis“ von Megabakteriose. Ich habe eine Henne mit Megas, die Diagnose ist aufgrund von Ausschlussprinzip getroffen worden da Megas im Kot nie nachgewiesen wurden.
Ich lasse relativ regelmäßig den Kot untersuchen, und zwar immer von der „Mega-Henne“ und von 1-2 der anderen (diese variieren immer) und noch nie wurden Megas nachgewiesen.
Aufgrund der Symptomatik und des guten Anschlagens der Behandlung (ausgerichtet auf Megas) bin ich davon überzeugt das Minchen Megas hat. Auch wenn der tatsächliche Nachweis nie erbracht wurde.
Von einem Zusammenhang zwischen Polyoma und GLS habe ich noch nie was gehört. Gut das will nichts heißen, aber ich beschäftige mich notgedrungen mit dem Thema Megas/GLS, und habe auch viele Gespräche mit meinem TA darüber geführt. Ich denke mal, ganz unerfahren bin ich nicht was das angeht.
Den einzigen „Zusammenhang“ den ich sehe ist der gleiche wie Meike. Bedingt durch die eine Erkrankung ist das Immunsystem geschwächt und andere Erkrankungen haben die Möglichkeit sich anzusiedeln.
Hallo Ute oder andere,
was für eine spezelle Untersuchung muss denn das sein, um diese Megas auch ganz gewiss nachweisen zu können?
Würdest Du mir empfehlen, alle 15 Vögel zum TA zu bringen, Meike riet ohne Symptomatik davon ab – konnte ich auch nachvollziehen.
Was soll ich denn jetzt genau bei welchen Vögeln untersuchen lassen, wenn ich GLS vermute, aber derzeit keine Symptome da sind?
Vorerst nur eine Sammelkotprobe?
Ich bin jetzt etwas verunsichert.
Viele Grüße
Brigitte 🙂 🙂
Hallo Brigitte,
die Kotuntersuchung auf Megas erfordert ein spezielles Anfärbeverfahren. Das ist nicht sonderlich zeitaufwendig und die Ergebnisse sind bei meinem TA innerhalb von 2 Tagen da. Es geht aber auch schneller, mein TA sammelt die Untersuchungen eines Tages und arbeitet sie dann ab (es sei denn, es ist was dringendes).
Aber trotz des speziellen Anfärbens, die Megas werden nicht dauerhaft über den Kot ausgeschieden. Deswegen kann ein negativer Nachweis auf Megas nicht 100% sagen, das keine Megas vorliegen. Es kann auch sein, das sie nicht ausgeschieden wurden. 100%ige Gewißheit gibt nur die Obduktion eines Vogels.
Ich würde einfach eine Sammelkotprobe zum TA bringen und auf Megas untersuchen lassen. Das ist ein 1. Schritt, wenn auch keine 100%ige Gewissheit. Aber es geht leider nicht anders, da GLS im akuten Fall über das Ausschlussverfahren diagnostiziert werden kann.
15 Tiere zum TA zu bringen halte ich für übertrieben. Das gibt nur Stress, und eine richtige Begründung dafür liegt in meinen Augen nicht vor.