Frage zum Barfen

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Gefragt 23, Mär 2008 in Hunde von MiZschie (18,600 Punkte)
Hallo
Ich lese immer wieder , dass viele ihre Hunde barfen.
Eine Bekannte möchte das mit ihrem Hund auch machen und hat in der Tierklinik gefragt und sie wurde ziemlich entsetzt "aufgeklärt". Wie sie das in Erwägung ziehen kann, wo heutzutage nur davon abgeraten wird, gerade rohes Geflügelfleischzu verzehren. Ob sie möchte, dass ihr Hund an Salmonellen erkrankt usw.
Es wäre eher ungesund als gesund, dem domestierten Hund rohes Fleisch zu geben, weil dieser gar nicht mehr wie die wilden Vorfahren leben würde.

Irgendwie finde ich es ja logisch, weil von rohem Fleisch ja auch in den Medien immer wieder abgeraten wird. Das kann doch nciht nur für den Menschen gelten. An Salmonellen, Hühnergrippe usw. kann doch auch ein Hund erkranken, wenn er nicht durchgegartes Fleisch frisst.

Was denkt ihr darüber?

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Beantwortet 23, Mär 2008 von manee (38,820 Punkte)
Was denkt ihr darüber?

Wenn ich dir sage, dass ich unsere Hündin seit 20 Monaten komplett roh fütter, weißt du, was ich davon denke. ;)

Wenn ich die Verdauung eines Hundes mit dem eines Menschen vergleiche, ist es, als ob ich Birnen mit Äpfeln vergleiche.
Unsere Verdauung beginnt im Mund, der Speichel enthält die ersten Verdauungsenzyme. Deshalb zerkleinern wir auch möglichst fein mit den Zähnen, so wird alles schon damit vermengt. Der Hund schlingt runter und zerkleinert nicht, in seinem Speichel gibt es dies Enzyme nicht.
Die Magensäurde des Hundes ist wesentlich aggressiver als die des Menschen, sie verarbeitet rohes Fleisch und auch Knochen.
Der Darmtrakt des Hundes ist wesentlich kürzer als der des Menschen.


weil dieser gar nicht mehr wie die wilden Vorfahren leben würde.

Stimmt. Aber: Fertigfutter gibt es erst seit Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts. Vorher wurden Essensreste des Menschen gefüttert, oder auf dem Bauernhof gab es die Nachgeburten der Kühe oder Schlachtabfälle. Es ist kaum glaubhaft, dass sich innerhalb der letzten paar Jahrzehnte der Verdauungstrakt des Hundes so grundsätzlich verändert hat, dass Fertigfutter die optimale Ernährung ist. So schnell geht es nun mal nicht, es dauert viele Jahrhunderte bzw. Jahrtausende, bis sich ein Organismus auf so gravierende Veränderungen angepasst hat.

Ich denke, dass das Problem vieler TÄ ist, dass sie ihre Kenntnisse über das Thema "Ernährung" von Hunden von Seminaren beziehen, die von Futtermittelherstellern gesponsert werden.

Meine Erfahrungen mit der Rohfütterung: Der Zahnstein bildete sich zurück, die Haut juckt nicht mehr, das Fell ist nicht mehr strohig, sondern weich, und sie pupst nicht mehr wie ein Weltmeister beim kleinsten Fitzelchen Fleischwurst. :D Bei vielen Hunden verschwindet der Mundgeruch. Und manch ein Hund, der dürr war, weil er sein Futter kaum anrührte, stürzt sich seit der Umstellung auf seine Futterschüssel.
Außerdem kann ich die Zusammenstellung selber bestimmen, Winnie soll z.B. wenig Calcium bekommen. Ich kann bei Allergien hervorragend eine Ausschlussdiät machen. Und manch einem Hund, der eine Allergie gegen Futtermittelmilben oder Futterzusätze hat, wäre geholfen, wenn er roh gefüttert werden würde.

Normalerweise versuche ich nicht, zum Rohfüttern zu bekehren, aber wenn du schon so genau fragst, kann ich nicht anders. ;)
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Beantwortet 23, Mär 2008 von MiZschie (18,600 Punkte)
Mh....aber was ist mit der Problematik "Salmonellen"?
Es ist ja Fakt, dass sie zur Zeit wieder rumgehen.
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Beantwortet 23, Mär 2008 von manee (38,820 Punkte)
Es wird gesagt, dass Salmonellen aus zwei versch. Gründen kaum eine Chance haben:
Zum einen wäre die Magensäure bei der Rohfütterung so dermaßen aggressiv, dass die Salmonellen nur wenig Chancen haben, zu überleben. Übrigens können auch im Trofu Salmonellen vorkommen: So wurden bei Diensthunden bei einer Routineuntersuchung Salmonellen gefunden, die im Trofu nachgewiesen wurden.
Zum anderen wird gesagt, dass die Verdauungszeit bei der Rohfütterung wesentlich kürzer wäre, d.h., die Nahrung passiert schneller den Darm (was ich bestätigen kann). Die übriggebliebenen Salmonellen hätten weniger Zeit, den Hund zu befallen.

Ob diese Punkte stimmen, weiß ich nicht. Bei Untersuchungen waren die rohgefütterten Hunde aber nicht öfter mit Salmonellen befallen als die Fertigfutterhunde. Viele Hundebesitzer, die ihre Hunde umgestellt haben, behaupten sogar, dass sie wesentlich weniger entwurmen müssten als vorher.
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Beantwortet 23, Mär 2008 von mel_kuki (16,800 Punkte)
Werden die Salmonellen nicht von der Magensäure vernichtet ?
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Beantwortet 23, Mär 2008 von MiZschie (18,600 Punkte)
Die TÄ in der Klinik müssten doch aber wissen, dass Salmonellen (bei Hunden) durch die Magensäure abgetötet werden. Beim Menschen reicht die Magensäure ja nicht aus.

Was ist mit Toxoplasmose. Diese wird ja durch Parasiten übertragen, die vorwiegend auf rohem Fleisch "hausen".

Oder eben die Vogelgrippe, die ja auch auf Säugetiere schlagen kann, wen diese einen "verseuchten" rohen Vogel fressen. Und es sind ja auch schon Hühner mit dem Virus auf dem Markt gewesen und die Dunkelziffer ist ja auch hoch, dass solche Tiere verkauft werden.Durchgegartes Fleisch wiederum bildet keine Gefahr.

Meine Bekannte ist völlig verunsichert und glaubt natürlich den Ärzten in der Tierklinik.
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Beantwortet 23, Mär 2008 von manee (38,820 Punkte)
Hab mal was zusammengetragen:
Hauptwirt der Toxoplasmose sind Katzen. Die Vorstadien des Parasits werden mit dem Kot ausgeschieden und sind mehrere Monate an der Luft infektiös. Auch Gemüse kann infiziert sein. Einfrieren des Fleisches bei Minus 18 Grad oder Erhitzen bei 66 Grad töten den Erreger ab. Da ich das Fleisch auf Vorrat eingefroren habe, ist bei uns die Wahrscheinlichkeit, dass Winnie sich mit Toxoplasmose beim Grasfressen infiziert, höher, als beim Fressen von rohem Fleisch.

Die Vogelgrippe kann natürlich übertragen werden. Aber: Ich denke, dass die Gefahr bei Hühnern, die nicht frei laufen, mit Abstand geringer ist als der Kontakt mit Vögeln beim Gassigang.

Meine Bekannte ist völlig verunsichert und glaubt natürlich den Ärzten in der Tierklinik.

Das glaube ich. Die wenigsten TÄ können mit der Rohfütterung etwas anfangen und schimpfen drauf, statt sich darüber zu erkundigen. Wenn man nur ein bisschen Ahnung hat von der Materie und einen TA befragt, merkt man schnell, dass er nur allgemeine Meinungen weitergibt. Schade.

Meiner Meinung nach gibt es Dinge, an die man denken sollte, besonders zu Beginn der Rohfütterung.
So können die meisten Hunde Knochen gut verdauen, rohe, wohlgemerkt! (Gegarte Knochen sollten -im Gegensatz zur allgemeinen Meinung- nicht verfüttert werden. Durch die Garung werden sie spröde, es können sich spitze Splitter bilden.) Man sollte es aber vorsichtig angehen. Zum einen sind manche Hunde extreme Schlinger, sie schlucken wirklich sehr große Knochenstücke runter. Hier sollte man seinen Hund anfangs beobachten und ihm evtl. den Knochen wieder abnehmen.
Zum anderen kann es sein, dass die Bildung der Magensäure noch nicht gut genug ist. Die Bildung der Magensäure wird angeregt durch rohes Fleisch und Rohfasern, also rohem (pürierten) Gemüse. Die ersten Knochen könnte man also nicht pur, sondern in Verbindung mit einer Portion Fleisch und Gemüse geben.
Wer dennoch Angst hat, kann mit Hühnerhälsen beginnen, die Knochen sind wirklich sehr klein. Und im Häufchen nachsehen, ob noch Reste vorhanden sind.
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Beantwortet 23, Mär 2008 von MiZschie (18,600 Punkte)
Hallo!
Meine Bekannte war eben hier und ich habe ihr eure Antworten gezeigt. Sie hat im Internet weitergestöbert und das gefunden
Klick
Das hat eure Antworten wieder zunichte gemacht :(
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Beantwortet 24, Mär 2008 von manee (38,820 Punkte)
Hallo Michaela
wenn deine Bekannte sich unwohl fühlt bei dem Gedanken, roh zu füttern, und sie auch keine Unterstützung findet, sollte sie sich überlegen, ob sie wirklich auf Roh umstellen will. Vermutlich würde sie dauernd nach irgendwelchen Krankheitssymptomen suchen, die bestätigen könnten, was man ihr erzählt hat.

Wenn sie sich aber Gedanken über eine gesunde Ernährung macht, könnte sie doch einen Mittelweg gehen. Trofu ist extrem bearbeitetes Futter. Wie wäre es mit gutem Dosenfutter, möglichst ohne Getreide? Getreide braucht ein Canide nicht, es belastet nur unnötig die Verdauung und sorgt für riesige Outputs. Es gibt Hersteller, die gutes Fleisch verwenden und sogar von überzeugten Barfern benutzt werden, wenn es mal keine Möglichkeit zur Rohfütterung gibt.
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Beantwortet 24, Mär 2008 von Anonym
Ich kann eigentlich kaum noch was anfügen, es ist alles gesagt worden.
Ich persönlich bin mit Barf sehr zufreiden, meine Hündin ist gesund und sieht super aus.
Nun hab ich das Glück, eine TÄ zuhaben, die selber teilbarft.
Aber es gab auch einige entsetzte Reaktionen.
Die lass ich persönlich an mir abprallen, da ich ja sehe, wie gut es Maya damit geht.
Überzeugen konnte ich zwar auch einige Hundehalter, aber ich akzeptiere natürlich auch die, die eben anders füttern..muss ich ja. ;)
Die Belastung der industriell hergestellten Futtersorten geht aber leider immer wieder unter.
Klar, die großen Konzerne haben auch mehr Möglichkeiten Tests zu manipulieren..ist jedenfalls meine Meinung.
Letzendlich muss jeder für sich selber entscheiden, wie und was er füttert.
Es gibt auch Kompromisse, man kann ja zumindest ab und an Frischfleisch anbieten.
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Beantwortet 24, Mär 2008 von manee (38,820 Punkte)
die großen Konzerne haben auch mehr Möglichkeiten Tests zu manipulieren..

Papier ist geduldig, das Internet auch. Manipulieren kann jeder. Als ich gestern für diesen Thread googelte, hatte ich so einiges gefunden, was pro Roh ist. Aber: So maches Mal war ich skeptisch, ob das alles auch so stimmt. Lediglich aus Fachzeitschriften und Studien nahm ich dann die Informationen, in der Hoffnung, dass wenigstens dort alles richtig ist. Wie sehr man mit beeindruckenden Formulierungen absoluten Schwachsinn rüberbringen kann, kann man hier sehen:
Satire

Zugegeben, auch hier handelt es sich um eine Pro-Roh-Seite. Ich habe aber bis jetzt noch kein Gegenstück gefunden, ich würde es sonst ebenfalls zeigen.
Man beachte das Sortiment! ;) Ich hab mich schlappgelacht.
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Beantwortet 24, Mär 2008 von mel_kuki (16,800 Punkte)
Hi,
ich habe es mir gerade durchgelesen. Ist wirklich witzig gemacht.
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Beantwortet 25, Mär 2008 von Anonym
Marion hat schon alles dazu gesagt.

Übrigens viele Tierärzte verkaufen eine bestimmte Futtermarke, daher ist allzu verständlich, dass sie nicht soviel vom Barfen halten.

Ich teilbarfe u. eines der schönsten Dinge ist, wenn ich meinem Hund beim fressen zuschaue, er hat noch nie ein Futter so inhaliert wie rohes Fleisch. Seine Zähne sind besser geworden u. von Blähungen wurden wir nie wieder heimgesucht.

Ehrlich gesagt, war ich früher auch mal ein Gegner von Barf, aber umso mehr man sich mit der Materie auseinandersetzt, umso begeisterter wird man.

Außerdem bin ich der Meinung, dass man durch Futter sehr viel gesundheitstechnisch beim Hund erreichen kann, Futter ist für mich das A&O in der Hundegesundheit. Viele Trockenfutter stehen im Verdacht krebserzeugende Stoffe in sich zu haben. Nicht umsonst haben sehr viele Hunde eine Futtermittelallergie u. wenn ihr euch mal die Zusammensetzung mancher Trockenfutter anschaut, dann wird es einem übel. Gutes Trockenfutter bekommt man meistens auch nicht im Zoohandel.
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