Geldschneiderei beim TA -> Kater gestorben ... was nun?!

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Gefragt 22, Mai 2005 in Katzen von peter312 (160 Punkte)
Hallo,

vor 4 Wochen habe ich bei einer Fahrt über Land einen Kater (ca.2J.) "aufgelesen", der völlig apathisch, desorientiert und offensichtlich sehr krank und verletzt mitten auf der Straße saß. Ich habe ihn zu einer ortsansässigen Tierärztin gebracht, die feststellte, dass er neben einer schweren Infektion der Atemwege (Rotz und Wasser liefen dem armen Kerl aus Nase und Mund) wohl vor einigen Tagen einen Verkehrsunfall
hatte und sein Unterkiefer gebrochen war.
Sie behielt das Tier über Nacht bei sich um ihn am nächsten Tag zu einer Tierklinik zu bringen. Dort wurde dann sein Kiefer auch am nächsten Tag operiert. Zwischenzeitlich hatte ich mich schon dazu entschlossen, den Kater bei mir aufzunehmen, da er im Tierheim in seinem Zustand nur sehr geringe Überlebenschancen hätte.
Also holte ich ihn dort ab, ausgestattet mit Antibiotika gegen seine Infektion, und stellte ihn dann in meinem Heimatort bei einem Tierarzt mit Tierklinik, der bis dato einen guten Ruf genoss, vor, da ja natürlich eine Weiterbehandlung dringend erforderlich war.
Dieser Tierarzt nun machte einen großen Bluttest, Röntgenaufnahmen und Ultraschall, und kam zu dem Schluss, dass der Kater angeblich seeeehr schlechte Nierenwerte hätte, setzte darauf hin sofort das Antibiotikum ab, behielt das Tier 1 Woche bei sich in der Klinik um ihn zu infundieren und weitere Untersuchungen (weitere Bluttests, Röntgen etc.) vorzunehmen.
Glücklicherweise hatte ich in dieser Zeit Urlaub und konnte die Katze täglich für ein paar Stunden besuchen, wobei ich ihm mühsam beibringen konnte, wieder selbstständig zu fressen, was bei Kieferbruchkatzen nicht so einfach ist.
Dann nahm ich ihn wieder mit zu mir, zunächst verbesserte sich auch sein Gesamtzustand, wobei regelmäßig seine Blutwerte untersucht wurden, was nur ergab, dass er nun vorbildliche Nierenwerte hatte.
Letze Woche nun hatte der Kater einen schweren Einbruch, er erblindete schlagartig, war völlig apathisch und sah aus, als wolle er gleich sterben. Natürlich war das über Pfingsten, der behandelnde Tierarzt war nicht erreichbar, also bin ich zu einer Tierärztin mit Notdienst gefahren.
Die bewertete den Zustand des Katers so, dass er immer noch super Niernwerte hatte, aber dafür eine schwere Atemwegsinfektion, die die Lunge erreicht hatte und möglicherweise auch das Gehirn, wohl auf Grund der abgebrochenen Antibiotikabehandlung!!!
Außerdem veranlasste sie einen sog. Kombitest auf Katzenaids, Leukose und Bauchfellentzündung, Krankheiten die auch einer sonst gesunden Katze schnell das Leben kosten, und stellte Katzenaids und Bauchfellentzündung fest! Ein Test den der Klinikdoktor nicht durchgeführt hatte.
Desweiteren sagte sie, das ein Kater in einem so schlechten Allgemeinzustand mit diesen beiden Erkrankungen dazu nie eine Überlebenschance hatte, und normalerweise von vorn herein hätte eingeschläfert werden müssen, um ihm natürlich die Quälerei eines Klinikaufenthalts mit diversen Untersuchungen zu ersparen, zumal er nie eine realistische Überlebenschance hatte. Ein Kombitest wäre zudem bei einem Fundtier so ziemlich das Erste was normalerweise durchgeführt wird!
Nach Aussage dieser Tierärztin (ich hatte inzwischen die Laboruntersuchungen des Klinikarztes beigebracht) hätte der Kater auch nie wirklich so besorgniserregend schlechte Nierenwerte gehabt, diese waren zwar etwas erhöht, was aber kein Wunder wäre, da der arme Kater ja einige Tage mit Kieferbruch, also ohne Wasser und Futter quasi im Straßengraben lag. Antibiotika absetzen war ein schwerer Fehler und die Unterlassung des Kombitests sowieso.
Wir mussten den Kater dann leider einschläfern, da er zu allem Unglück nun auch noch epileptische Anfälle bekam (eventuell ausgelöst durch das Überwinden der Bakterien der Blut-Hirmschranke) und weiter quälen wollten wir ihn nicht mehr.

Nun bin ich natürlich sehr traurig, dass der arme Kater, den wir schon ins Herz geschlossen hatten eingeschläfert
werden musste, aber auch stinksauer auf den Klinkarzt, der offensichtlich wichtige Tests nicht durchgeführt hat, und zu allem Überfluss den Kater mit einer Nierenbehandlung, die wahrscheinlich in der Form nicht notwendig war in seiner Klinik gequält hat ... ist ja nun für eine Katze kein Spaß!

Nun frage ich mich, wie soll ich weiter vorgehen? Kann man Tierärzte wegen Kunstfehler verklagen? Möglicherweise war das ganze Verhalten des Tierarztes keine Farlässigkeit sondern Vorsatz, um sich ein paar neue Golfschläger zu verdienen, denn ganz billig war das Ganze natürlich nicht.

Bin für jeden Rat dankbar ...

Viele Grüße
Peter

Deine Antwort

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7 Antworten

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Beantwortet 22, Mai 2005 von Karlchen (27,800 Punkte)
Oh je das klingt ja schrecklich!

Hattest Du vor der Behandlung irgendwie nach der Prognose gefragt???

Weil dann könntest Du immerhin sagen dass Du angelogen wurdest um die Behandlung an der Katze vornehmen zu können.

Ich kann Dir leider rechtlich nicht viel sagen, aber ich würde auf alle Fälle den ersten TA davon in Kenntnis setzen und ihn bitten Dir ein Angebot zu unterbreiten oder zumindest mal Stellung zu nehmen.

Ansonsten kann ich jedem nur raten bevor man eine Behandlung anfängt grundsätzlich nach der Prognose zu fragen, nicht um ein Tier einzuschläfern wenn es zu teuer wird, sondern einfach um die Tatsachen zu wissen.

Manche TÄ sagen nichts vorher und hinterher kommt dann ein "jaaaaa das hätte ich ihnen vorher sagen können"

Bei manchen Erkrankungen ist auch ernsthaft abzuwägen ob eine schwere Behandlung nicht zu schmerzhaft und wenig erfolgversprechend ist.

Natürlich muß auch der jenige der die Kosten tragen muß vorher wissen, was es ungefähr kostet und was es bringt.

Das nützt Dir Peter jetzt nichts mehr, ich kann dir nur noch sagen dass Du großen Respekt verdienst dafür dass Du für ein fremdes krankes Tier so viel auf Dich genommen hast, und es tut mir leid dass es so schlimm endete.
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Beantwortet 22, Mai 2005 von peter312 (160 Punkte)
Hallo Doris,
danke für Deine Antwort.
Der Kater wurde auf Grund seines Gesamtzustandes von vorn herein als "Wackelkandidat" eingestuft, ein Grund warum ich mich entschloss, ihn zu mir zu nehmen, da das seine Überlebenschance auf jeden Fall entscheident verbessert hätte. Der ersten Tierärztin, bei dem ich ihn am Fundabend abgegeben hatte, kann ich keinen Vorwurf machen, auch der ersten Tierklinik nicht, aber sehr wohl dem TA an meinem Heimatort, der wie gesagt seeeehr viele Tests durchgeführt hatte. Mit der Diagnose AIDS und Bauchfellentzündung hätten wir dem Kater spätestens dann weiteres Leid erspart. "Nur" ein gebrochener Kiefer und eine Infektion wäre in den Griff zu bekommen gewesen, und kein Grund das Tier einzuschläfern.
Die Kosten haben für mich zunächst keine primäre Rolle gespielt, war auch klar, dass es nicht billig wird ... aber dass der TA sich auf Kosten einer unheilbaren Katze sich noch einwenig bereichern will, kann ich so nicht akzeptieren, daher suche ich nach Wegen, diesem TA beizukommen!

Viele Grüße
Peter
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Beantwortet 22, Mai 2005 von Lacrima (13,540 Punkte)
Wende die doch mal an die Tierärztekammer und trage dort deine Geschichte vor. Meist können sie dir wertvolle Tips geben und zumeist unterstützen diese auch bei der Einigung.
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Beantwortet 22, Mai 2005 von Karlchen (27,800 Punkte)
Wir hatten so einen Fall mal vor fast 20 Jahren, eine Teirklinik in Nordhessen hat einen verunglückten Pyrenäenhund eine Woche lang behandelt.

Der Hund war für einige Tage in einer "Pension" wo er wegen mieser Aufsicht aus einem Fenster im ersten Stock gestürzt war.

Er hatte einen doppelten Bruch am Vorderlauf und einen Bändertotalbabriß in der Schulter.

Die Leute die den Hund versorgen sollten haben ihn dort hingebracht und sollten auch die Kosten übernehmen bzw ihre Versicherung oder was weiß ich...

Auf alle fälle haben die dann tot und weg gespielt und wir wollten unseren Hund wieder holen.

Es wurd eund gesagt nur gegen die volle Summe bar, wir sollen sehen wie wir da wieder ran kämen.

Wir haben dann eine Unsumme bezahlt den Hund unserem TA vorgeführt und der stellte fest, die Bänder waren komplett aberissen und eingegipst worden ( so wäre das nie geheilt)

Aber dadurch dass es nicht gleich operativ repariert wurde war keine Chance mehr das wieder hinzukriegen.

Selbst ein berühmter Spezialist in Freiburg sah keine Chance mehr.

Wir mußten den Hund dann leider einschläfern lassen weil noch eine HD dazu kam und der Hund absolut nicht laufen konnte.

Wir haben gerichtlich einen Titel über ca 5000 DM zuerkannt bekommen die die Pensionsbetreiber zahlen sollten, aber die waren Amtsbekannt Pfandlos....

Der TA in Nordhessen zuckte auch nur die Schultern....

Der Dumme waren wir, Hund tot und Geld weg.
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Beantwortet 23, Mai 2005 von Meike (43,440 Punkte)
Hallo Peter,

für mich relativiert sich das ein wenig: Du schreibst "wichtige Tests nicht durchgeführt". In der akuten Situation ist das in meinen Augen verständlich. Da geht es darum, dem Tier akut das Leben zu retten. Ohne den Verdacht auf FIP (die infektiöse Bauchfellentzündung) testet man das in der Regel auch nicht. Und FIP bricht gerne mal unter Streß erst aus. Möglich also, daß die Symptome zu Beginn gar nicht ersichtlich waren. FIV, "Katzenaids", ist auch nicht zwangsläufig ein Todesurteil. Selbst wenn Krankheiten ausgebrochen sind, kann man häufig in den frühen Stadien die Katze dennoch gut wieder stabilisieren.

Ich selbst würde, bevor ich das an die Tierärztekammer trage, erst mal versuchen, mit dem verantwortlichen Arzt zu reden. Vielleicht kann man so schon in Ruhe alles klären und es erklärt sich für Dich einiges. Den Mumm dazu muß man dann natürlich aufbringen ;).

Möglicherweise war das ganze Verhalten des Tierarztes keine Farlässigkeit sondern Vorsatz, um sich ein paar neue Golfschläger zu verdienen, denn ganz billig war das Ganze natürlich nicht.

So viel verdienen Tierärzte in der Regel nicht ;).

LG
Meike
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Beantwortet 26, Mai 2005 von Karlchen (27,800 Punkte)
Hallo Shiva,

vielen Dank für Deinen Beitrag, das ist sehr interessant für weitere solcher Fälle zu wissen.

Ich habe auch schon einige Male erlebt wenn man nett und freundlich ins Gespräch einfließne läßt dass man etwas enttäuscht ist und die Kosten doch sehr hoch sind, und man wie ich noch weitere Tiere behandeln lassen muß, dass man dann eher mal einen Nachlaß für eine vergeigte Behandlung bekommt als wenn man gleich auf den Tisch haut.

Dann gibt es Dienst nach Vorschrift und dabei kommt dann garnichts mehr rum.

Ein TA der für eine irgendwie fehlerhafte Behandlung die freie Wahl hat, mal eine andere Sache kostenlos oder für die Materialkosten auszuführen, der hat sein Gesicht nicht verloren, aber einer dem man was anden Kopf wirft, kann sehr beleidigt reagieren.
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Beantwortet 21, Jun 2005 von dosenöffner (520 Punkte)
das tut mir sehr leid für euch alle,

auch wenn ich mir gut vorstellen kann wie wütend du jetzt erst mal bist, finde ich es besonders wichtig, den Tierarzt aufzuklären, welchen groben Behandlungsfehler er da macht!

Wer weiß wie vielen armen Katzen noch die quälende Schicksal bevorsteht, wenn er weter so handelt- eine Aussprache wäre dringend notwendig!
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