Tschechischer Wolfshund

0 Punkte
2,262 Aufrufe
Gefragt 30, Mär 2006 in Hunde-Steckbriefe von Anonym
Herkunft und Geschichtliches:

Idee:

Der Tschechoslowakische Wolfhund entstand ab etwa 1955 bei der Idee, den Deutschen Schäferhund zu verbessern. Er sollte den Gegebenheiten in der Tschechoslowakei besser angepasst werden: Diensthund zu sein, in den Höhenlagen der Grenzgebiete, mit viel Schnee und großer Kälte.

Vorgehensweise:

Ein Biologe mit dem Namen Karel Hartl hatte diese Aufgabe übernommen, ohne auch nur auf die Idee zu kommen, eine neue Hunderasse zu schaffen. Zu diesem Zweck verpaarte er mehrfach Karpatenwölfe mit Deutschen Schäferhunden, sowohl Rüden als auch Hündinnen. So entstanden drei Zuchtlinien. Im Vordergrund stand das wissenschaftliche Interesse, wie sich diese Verpaarungen auf Fruchtbarkeit und anatomische Eigenheiten bei der Vererbung auswirkt. Schon bei der ersten Generation ließ sich eine gewisse Erziehbarkeit bei den Mischlingen feststellen, ganz im Gegensatz zu reinen Wölfen. Aber auch das Wolfserbe machte sich durch Scheu, Fluchttendenz und aggressives Verhaltens bei Unterschreitung der Fluchtdistanz bemerkbar.

Ausgewählte Hunde der ersten Generation wurden weiter mit ausgesuchten Deutschen Schäferhunden aus unterschiedlichen Zuchtlinien verpaart.

Ab etwa der fünften Generation konnten einige dieser Hunde als Diensthunde bei der Armee eingesetzt werden. Bedingung war, dass sich diese Hunde eng an den Menschen banden, indem sie schon früh auf Menschen sozialisiert wurden. Die meisten anderen waren nicht diensttauglich, da sie eine große Aggressivität gegen Fremde zeigten und anderes wolfstypisches Verhalten an den Tag legten. Die Armee hat es später aufgegeben, diese Hunde einsetzen zu wollen; sie trat also als Auftraggeber der Zucht nicht mehr in Erscheinung. Die Zucht und damit die Weiterentwicklung kam nach 1971 fast zum Erliegen; das ging so weit, dass die Tiere getötet werden sollten.

Erst zehn Jahre später, 1982, wurde der Klub für Tschechoslowakische Wolfhunde gegründet, der die Zuchtbemühungen unter seiner Regie wieder aufnahm. In Folge wurde die Rasse vom kynologischen Dachverband der CSSR anerkannt. 1989 erfolgte die vorläufige Anerkennung durch den FCI, 1999 die endgültige. Als Standard wurde ein Wolfsähnlichkeit in Aussehen und Bewegung festgelegt.

Beschreibung:

Der Tschechoslowakische Wolfhund gleicht einem sehr hochbeinigen wolfsfarben Deutschen Schäferhund, stockhaarig mit einem leichten, eleganten Bau. Er wid bis 75 cm groß und 45 kg schwer. Die Ohren sind mittelgroß, stehend (wie Deutscher Schäferhund)

Tschechoslowakische Wolfhunde bellen kaum, die Verständigung erfolgt wie beim Wolf durch unterschiedliche Heul- und Jaullaute. Hündinnen werden seltener läufig als andere Hunde, oft sehr wolfsähnlich, nur einmal im Jahr. Die Hunde sind auch gesundheitlich sehr robust, sie erreichen ein Alter von etwa 13 Jahren und mehr.

Wesen:

Auch heute hat der Tschechoslowakische Wolfhund noch viel Wolfsverhalten in seinen Genen. Daher ist es sehr wichtig, ihn früh auf den Menschen zu sozialisieren und mit Umwelteinflüssen zu konfrontieren. Wird das verpasst, bleiben die Tiere sehr scheu, schreckhaft und sind Menschen gegenüber sehr reserviert. Bei der Erziehung ist auf Konsequenz zu achten, eine "harte" Hand verträgt dieser sensible Hund jedoch nicht. Vor Zwingerhaltung ist ausdrücklich zu warnen, da diese den Hund schnell vom Menschen entfremdet.

Die Vorteile, die der Hund aus dem wölfischen Erbe zieht, sind seine Ausdauer, seine extreme Leistungsfähigkeit und Fährtensicherheit, er erholt sich auch nach Beanspruchung sehr schnell.
Bei der Ausbildung ist auch zu berücksichtigen, dass er nicht unterfordert wird, dass er sich nicht durch stures Einüben langweilt, er könnte sonst einfach die Leistung verweigern. Das alles macht ihn als Diensthund wenig geeignet. Er ist ein guter Begleithund, ideal beim Joggen, Fahrradfahren, bei ausgedehnten Touren in Wald und Feld, in Eis und Schnee.

Der Tschechoslowakische Wolfhund besitzt außerdem noch einen ausgeprägten Jagdtrieb. Vorsicht ist eventuell bei der Begegnung mit anderen Hunden geboten, da es leicht zu Raufereien kommt. Er ist bei weitem kein aggressiver Hund; er würde nie von sich aus angreifen, sondern den Rückzug vorziehen, im Einklang mit seinem "Rudel", seinen Bezugspersonen, denen er aber im Ernstfall ohne "Wenn und Aber" beistehen würde.

Ganz deutlich muss gesagt werden: der Tschechoslowakische Wolfhund ist KEIN Anfängerhund; das ist wirklich als WARNUNG zu verstehen.

Deine Antwort

Dein angezeigter Name (optional):
Datenschutz: Deine Email-Adresse benutzen wir ausschließlich, um dir Benachrichtigungen zu schicken. Es gilt unsere Datenschutzerklärung.
Anti-Spam-Captcha:
Bitte logge dich ein oder melde dich neu an, um das Anti-Spam-Captcha zu vermeiden.
Willkommen bei Haustier-Center.de - Das Frage & Antwort Portal rund um Tiere. Hier kannst du kostenlos deine Frage stellen und bekommst antworten durch unsere Community.

Ähnliche Fragen

0 Punkte
0 Antworten 722 Aufrufe
Gefragt 7, Mär 2004 in Hunde-Steckbriefe von Wölkchen (2,120 Punkte)
0 Punkte
0 Antworten 913 Aufrufe
Gefragt 16, Feb 2004 in Hunde-Steckbriefe von Vonniemaus2310 (700 Punkte)
0 Punkte
0 Antworten 738 Aufrufe
Gefragt 10, Feb 2004 in Hunde-Steckbriefe von Anonym
0 Punkte
0 Antworten 966 Aufrufe
Gefragt 25, Mai 2003 in Hunde-Steckbriefe von Any (2,680 Punkte)
0 Punkte
0 Antworten 752 Aufrufe
Gefragt 25, Mai 2003 in Hunde-Steckbriefe von Franzi (10,520 Punkte)
...