junge Amseln

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Gefragt 7, Jun 2003 in Allgemeines Vogelforum von racoon (160 Punkte)
hallo meike!
ein freund von mir arbeitet in einem sägewerk und hat vor ein paar tagen eine tote amsel(ausgewachsen) auf dem boden gefunden. drüber war ein nest mit 3 jungen. 2 davon schon tot und eins bewegte sich. dies hat er mit nach hause genommen und es mit eingeweichten haferflocken aufgepäppelt.
wir haben beide keinerlei ahnung von vogelaufzucht, kannst du mir tipps geben wie man amseln aufzieht, ab wann sie selbständig sind, futter, usw.? wie meinst du das mit der prägephase? müssen wir dem vogel auch etwas beibringen? kann er selbstständig fliegen lernen?
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deine uli

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Beantwortet 24, Mai 2003 von Meike (43,440 Punkte)
Hallo zusammen!

Momentan ein aktuelles Thema: Jungvögel, die mehr oder weniger scheinbar aus dem Nest gefallen sind. Bevor man so eine "arme Kreatur" einfach so einpackt, um sie zuhause aufzupäppeln, gibt es, insbesondere bei Amseln einen wichtigen Punkt zu beachten:

Junge Amseln werden von ihren Eltern sehr früh aus dem Nest herausgeschmissen. Was man dann vorfindet, ist ein sichtbar junger, aber voll befiederter, recht hilflos erscheinender Vogel. Es ist aber mit Nichten so, daß diese Tiere dann schon auf sich alleine gestellt sind. Die Elterntiere füttern das Junge noch und bringen ihm auch in dieser wichtigen Prägephase noch eine Menge bei.

Die meisten jungen Amseln, die man findet, bedürfen also rein gar nicht der menschlichen Unterstützung. Daher bitte vor dem Einpacken unbedingt gucken, ob in der Nähe ein Amselnest zu finden ist und ob nicht doch nach einer kurzen Beobachtungszeit die Elterntiere auftauchen. Nehmt Jungvögel wirklich erst dann mit, wenn Ihr sicher seid, daß die Eltern nicht mehr auftauchen!
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Beantwortet 7, Jun 2003 von Meike (43,440 Punkte)
Hallo Uli!

Die Aufzucht von Wildvögeln ist wirklich eine schwierige Sache und nicht selten eben nicht von Erfolg gekrönt.

Am besten besorgt sich Dein Freund noch heute Lebendfutter in Form von Maden, Larven, Heimchen und ähnlich ekligem Zeug ;) . Damit muß die junge Amsel tags und nachts im Zweistundenabstand gefüttert werden. Mit einer Pinzette und mit möglichst wenig Körperkonkakt zum Menschen. Am besten bleibt die Amsel im Käfig, mit Ausnahme vielleicht der Momente, in denen der Käfig gereinigt wird.

Prägen könnt Ihr eine junge Amsel leider nicht, dafür braucht's die Elterntiere. Ihr tut ihr eigentlich den größten Gefallen, wenn sie sich möglichst wenig an den Feind Mensch gewöhnt.

Viel Glück für das Unterfangen!
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Beantwortet 8, Jun 2003 von Stubenadler (1,240 Punkte)
Hallo Uli!



Guck mal unter

<!-- w --><a class="postlink" href="http://www.wildvogelhilfe.de">www.wildvogelhilfe.de</a><!-- w -->

da gibt es ein großes Kapitel zur Aufzucht von Jungen. Ist ziemlich kompliziert. Im letzten Jahr hatte ich mehrmals Spatzenjunge im Blumenkasten, völlig nackte noch; die haben es allesamt nicht geschafft. Unterstützung von der Tierklinik gab es allerdings auch nicht, Originalaussage am Telefon "Na wenn das noch so klein ist, dann hat es eben Pech gehabt..." Na bravo. Aber da kannte ich diesen Link noch nicht! Damit sieht es sicher besser aus, wenn wieder mal jemand Unterchlupf sucht ;) ...
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Beantwortet 8, Jun 2003 von Heidi (140 Punkte)
Hallo Uli,

Beoperlen sind gut für die Aufzucht von Amseln geeignet.
Ausserdem gibt es von der Firma Claus in jeder guten Zoohandlung geeignetes Futter, das für Starenvögel würde gehn.

Viel Glück
Heidi
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Beantwortet 9, Jun 2003 von racoon (160 Punkte)
hallo meike!
meinst du das mit dem käfig ist ne gute idee? ne amsel ist ja ein freilebendes tier, aber dann wäre et doch eingesperrt. oder ist ein käfig besser, damit sie sich nicht an den menschen gewöhnt?

hallo christiane!
danke für die seite. die hat mir wirklich geholfen!

hallo heidi!
könntest du mir erklären was beoperlen sind?

ich danke euch allen schon mal im vorraus für eure tatkräftige unterstützung!

eure uli
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Beantwortet 9, Jun 2003 von Meike (43,440 Punkte)
Hallo Uli!

Ich würde den kleinen schon "einsperren". Immerhin ist er zwar vielleicht im Moment noch recht schlapp und eher inaktiv, aber das wird sich noch ändern ;) . Ihn an Freiheit zu gewöhnen, ist kein Problem, das ist in Wildvögeln so instinktiv drin... :)

Wenn Ihr inzwischen Lebendfutter bekommen habt, dann würde ich nicht auf Beoperlen (Futter für Beos, denke ich mal ;) ) umsteigen. Damit tut Ihr dem kleinen Magendarmtrakt keinen wirklichen Gefallen...

Ich hoffe, Du hältst uns auf dem Laufenden... ;)
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Beantwortet 18, Jun 2003 von Petra (300 Punkte)
Ich habe diesen Beitrag erst heute gelesen! Mich würde auch interessieren, wie es der Amsel heute geht. Habt Ihr es geschafft, sie großzuziehen, Uli??? War die Amsel schon gut befiedert, als Ihr sie aus dem Nest genommen habt?

Je nachdem, wie alt so ein Vogel ist, muss er auch mehr oder weniger gewärmt werden. Zu beachten ist bei der Aufzucht, dass immer genügend Flüssigkeit zugeführt wird, da der Körper sonst austrocknet. Beoperlen sind für die Wildvogelaufzucht gut geeignet, und zwar bis zum Auswildern. Sie werden mit Wasser aufgequollen. Zusätzlich wird diese "Grundnahrung" einmal am Tag mit Kalk und einem Tropfen Vitaminpräparat angereichert.

Man sollte die Jungvögel natürlich in einem Käfig unterbringen. Sind es noch Nestlinge, brauchen sie die Energie, die sie durch die Nahrung erhalten, für die Entwicklung und das Wachstum des Körpers. Es ist nicht gut, ein solches Küken nur auf Handtücher zu legen, da es durch das zwangsläufig entstehende Herumkriechen sehr viel Energie verliert. Weidenkörbchen, bei Vögeln in Spatzengröße auch offene Kanariennester, mit Scharpie ausgepolstert, bieten dem Jungvogel eine wenigstens annähernd bekannte Stube.

Nur für Amseln sind Regenwürmer ein guter Eiweißlieferant, sie werden für kleine Jungvögel zerkleinert. Auch Ameiseneier sind wertvoll, sowie Heimchen. Man sollte sich bei der Ernährung der Wildvogelkinder immer danach richten, was sie in der Natur durch ihre Eltern erhalten. Von Amseln kann man beobachten, dass sie Regenwürmer fressen...von Heckenbraunellen zum Beispiel nicht. Man sollte das berücksichtigen, wenn man ein Wildvogeljunges großziehen muss.

Für alle Insektenfresser kann man kleine, junge Mehlwürmer anbieten. Der Panzer der Würmer kann den Darm verletzen, wenn man sie nicht mit kochendem Wasser überbrüht damit er entfernt werden kann.

Was niemals verwendet werden darf, weder bei der Wildvogelaufzucht, noch für Stubenspitzschnäbel, die tierisches Eiweiß benötigen: Anglermaden. Sie werden auf Aas gezüchtet und vergiften die Vogelkörper.

Ist man in der Situation, einen Jungvogel allein aufziehen zu müssen, hat man ein Problem, genau wie das Vögelchen es unter Umständen später in der Natur haben wird. Handaufgezogene Wildvögel bleiben in manchen Fällen handzahm. Wildert man sie aus, wird manche Handaufzucht dem Menschen treu bleiben. Er wird keine Angst vor dem Menschen verspüren, und unter Umständen auf die Hände der Spaziergänger fliegen. Manchmal werden solche Vögel darauf hin der Natur entnommen, denn: "der ist ja so schön zahm". Bevor man einen Wildvogel einzeln per Hand aufzieht, sollte man, so man hat, in der nächstgelegenen Wildvogelpflegestation nachfragen, ob sich dort weitere Jungvögel dieser Art befinden. Zusammen aufgezogen, lernen sie dann wenigstens, dass sie Vögel sind :)
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Beantwortet 20, Jun 2003 von Manu (65,400 Punkte)
Habt ihr denn einen guten TA in eurer Nähe? Ich würde da mal hinfahren und mit dem zusammen versuchen, das Jungtier aufzuziehen, wäre das ne Möglichkeit für euch?

:wink:
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