Woran erkenne ich einen Renner?

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Gefragt 30, Mai 2003 in Vogel-Krankheiten von kabuske (33,500 Punkte)
Moin,

ich überlege, am Wochenende noch einen Welli aus zweiter Hand aufzunehmen. Ich weiß bisher nur, dass es eine Henne ist, ganz lieb, zutraulich, ohne Schwanzfedern und dass sie schlecht fliegen kann.

Ich habe gar nichts dagegen, einen Welli aufzunehmen, der nicht wunderhübsch und perfekt ist. Aber Französische Mauser möchte ich denn nun auch nicht einschleppen. Einige von euch haben doch Renner, oder? Woran erkenne ich sie? Schwung- und Schwanzfedern fehlen häufig, manchmal durch verwachsene Deckfedern struppig. Und noch? Ich kann ja schlecht den Vogel schnappen, dem TA zeigen und ggf. zurückgeben...

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19 Antworten

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Beantwortet 30, Mai 2003 von >>Ramona<< (7,660 Punkte)
Hallo Katrin!

Manu ist hier die Expertin und leider erst Montag wieder ereichbar :? !

Es ist nicht ganz einfach einen Renner 100%ig zu identifizieren, denn es wachsen bei einigen sogar die Handchwingen nach später. Man muss da bstimmt einen Federtest machen!

Zum anderen muss ich dir sagen, das bei den Unsicherheiten, ich ablehnen würde. Bei mir ist es genau wie bei dir mit einer Zuchtgenehmigung wichtig den Bestand polyomafrei zu halten, wenn man es noch nicht drin hat!

Letztlich kann man zwar Zuchtpausen einhalten, aber letztlich muss das ja nicht sein!
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Beantwortet 31, Mai 2003 von Olaf (2,260 Punkte)
Hallo Katrin,

einen aktuen Renner erkennst Du meist an den fehlenden Handschwingen. Aber auch bei einem Welli mit vollständigen Handschwingen kannst Du einen mit dem Ployoma-Virus befallenen Welli bekommen, oder sogar schon haben.

Eigentlich ist es aber gar nicht so schlimm einen solchen Vogel aufzunehmen. Nur wenn man züchtet, muss man einige Spielregeln einhalten. Zum Beispiel muss der gesammte Bestand durchseucht werden, also alle Vögel müssen Antikörper bilden. Die "Ausfälle" erhälst Du aber meist nur bei den Nachzuchten, wenn diese die Antikörper nicht von den Eltern erhalten haben, also zu früh nach dem Zukauf mit der Zucht begonnen wurde.
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Beantwortet 31, Mai 2003 von kabuske (33,500 Punkte)
Moin,

danke erstmal für eure Antworten. Manu = Chaosbande?

Derzeit brüten meine Süßen nicht. Habe eben Rollen aus Bettwäsche unter den Schrank geschoben, um gerade dies zu verhindern... :roll: Wir werden wahrscheinlich irgendwann in den nächsten Wochen sehr kurzfristig umziehen, da will ich keine Küken haben. Aber im September wollte ich ihnen doch wieder Kästen anbieten. Nunja, es wäre ja auch nicht weiter dramatisch, wenn ich erst nächstes Frühjahr wieder Küken hätte. Ich verdiene ohnehin nichts dran. Aber:

Wenn denn diese Henne ein Renner sein sollte, wäre sie doch Dauerausscheiderin, d.h. sie steckt alle jetztigen Vögel an, die durchlaufen die Krankheit stumm, bilden Antikörper und gut ist. Aber wenn ich dann irgendwann Küken habe, werden die doch vom Renner wieder angesteckt, oder? Die Durchseuchung bezieht sich doch nur auf adulte Tiere, während Renner immer ansteckend bleiben? :?

Ich werde wohl nett und freundlich absagen. Klar kann ich mir auch einen Polyomavogel "einfangen", der gesund aussieht. Aber das ist eben doch etwas anderes als sich halbwegs bewusst ein krankes Tier zu holen. Und ganz ehrlich: Auf Nachwuchs möchte ich nicht verzichten. Das ist etwas so tolles, die Kleinen heranwachsen zu sehen.
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Beantwortet 31, Mai 2003 von >>Ramona<< (7,660 Punkte)
Hallo Katrin!

Ja, ich meine Chaosbande, hier heißt sie Manu!
Interessanterweise kommen nach einer Pause und dem Durchseuchen des Bestandes nahezu keine Renner mehr unter den Küken vor!

Wie man das medizinisch begründet, habe ich momentan auch nicht im Kopf, da kann vielleicht Meike mal aushelfen ;) !
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Beantwortet 31, Mai 2003 von Meike (43,440 Punkte)
Hallo Katrin!

Die Küken haben in der ersten Zeit noch Schutz durch Antikörper von den Eltern. In dieser Zeit beginnt das "kükische" Immunsystem selbst, sich auszubilden. Wenn der Schutz, der von den Eltern übertragen wurde, nachläßt, dann hat sich bei den Jungtieren selbst eigener Antikörperschutz ausgebildet.

Die Tiere erkranken zwar nicht, sind aber trotzdem polyomapositiv... :roll:
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Beantwortet 31, Mai 2003 von kabuske (33,500 Punkte)
Moin Meike und alle,

Die Tiere erkranken zwar nicht, sind aber trotzdem polyomapositiv... :roll:

Aber wenn sie im Test auf Antikörper positiv sind (das meintest du doch, oder?), heißt das doch nur, dass sie die Krankheit durchgemacht haben, und nicht unbedingt, dass sie noch ansteckend sind. :?:
Ich z.B. wäre positiv auf Röteln (habe ich gehabt) und auf Diphtherie (bin geimpft). In beiden Fällen könnte also kein Nachweis, dass ich die Krankheit akut habe, über eine Antikörperbestimmung erfolgen. Dennoch kann ich dich weder mit Röteln noch mit Diphtherie anstecken.

Irgendwie ist das ganz schön kompliziert. Meine Bücher sind in dem Punkt auch nicht auf dem neuesten Stand, sodass sie auch nicht weiterhelfen. Gut, dass es schlaue und hilfsbereite Leute in den Foren gibt! :wink:
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Beantwortet 31, Mai 2003 von >>Ramona<< (7,660 Punkte)
Hallo Katrin!

Ich weiß nicht, ob ich da jetzt richtig damit liege, aber da Wellis das ja mit dem Kot ausscheiden und andere wellis das fressen können oder sonstwie damit in Berührung kommen, finde ich nun wieder, das der Vergleich mit unseren Imunitäten etwas hinkt. Leider kann man Wellis nicht so gut dressieren ihren Kot auch immer schön zu beseitigen :D !
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Beantwortet 31, Mai 2003 von Meike (43,440 Punkte)
Hallo Ramona!

Die Immunsysteme sind vom prinzipiellen Aufbau gar nicht so unterschiedlich. Daher hinkt der Vergleich eigentlich gar nicht, weil es auch Erkrankungen beim Menschen gibt, bei denen der Mensch "Dauerausscheider" der Erreger bleibt.

Nun ist es ja so, daß sich über Polyoma immer noch die Geister streiten. Eine Fraktion sagt, Durchseuchung und danach ist wieder alles gut, die andere Fraktion sagt, nee, die Durchseuchung ist zwar prinzipiell mal nicht schlecht, aber das Gelbe vom Ei gegen zukünftige Renner ist sie nicht. Bei unserer letzten leidigen Diskussion mit Ferrano zu diesem Thema hatte ich mich mal schlauer dazu gemacht, aber da wird die Forschung jetzt auch schon gut ein halbes Jahr weiter sein.

Effektiv weiß man es wohl nicht hundertprozentig genau, ob nur der Antikörpertiter positiv ist, oder ob nicht doch häufiger noch aktiv infektiöser Erreger vorhanden ist. Ich werde mich in der kommenden Woche vom Labor aus mal wieder ein wenig schlauer machen und weiß dann hoffentlich zu diesem Thema mehr;).
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Beantwortet 2, Jun 2003 von Manu (65,400 Punkte)
Also ... endlich bin ich auch wieder mal hier :oops: das lange Wochenende war wirklich mal nötig zum Ausspannen!

Also Polyoma feststellen kann man nur durch eine Federanalyse. Wellensittiche sind Dauerausscheider, das stimmt. Diese Analyse ist relativ teuer, um die 35 €. Und man erkennt einen Renner keineswegs an den fehlenden Handschwingen, den meisten Rennern fehlen die Schwanzfedern, ich habe z.B. einen komplett befiederten Renner, zumindest was das Deckgefieder angeht. Augenscheinlich müßte der Vogel fliegen können, kann sie aber nicht! Ein anderer hat richtige Lücken in den Schwanzfedern.

Zum Thema Polyomavögel aufnehmen ... ich tu es auch und ich werde auch planen zu züchten. Das Problem mit den Rennern im Genauen ist einfach, daß sie die anderen anstecken, die dann nach einer Zeit Antikörper bilden. Gefährlich für die Küken sind die Vögel, die sich schon infiziert haben, aber noch keine genügenden Antikörper gebildet haben, genau diese Vögel infizieren die Jungen und machen Renner aus ihnen. Somit kann z.B. ich davon ausgehen, daß alle meine gesunden Tiere sich nach und nach infizieren und dann Antikörper bilden. DAs Problem daran ist nur, daß man nie sagen kann, wie schnell sich ein Vogel infiziert, theoretisch könnte sich mein Neuzugang von vor 4 Wochen schon infiziert haben, es kann aber auch sein, daß der Bruder meines Renners, der schon 1 Jahr mit ihm zusammen bei mir lebt, sich noch nicht infiziert hat, einfach durch einen Zufall. Deshalb sind die Diagnosen bei Poyloma so schwierig.

Prinzipiell würde ich sagen ... man kann Renner durchaus aufnehmen, muß sich aber bewusst sein, daß man seine Tiere dann nicht mit dem Renner zusammen in einer Zucht einsetzen darf. Wenn man züchten will, muß der Renner vom Restbestand weg, sonst steckt er die Jungen an!

Es gibt viele Züchter, die Renner im Bestand haben, teilweise züchten sie sogar damit. Und es fallen nicht nur Renner, es fallen sogar relativ wenige, meiner Meinung nach immer noch zu viele, aber das tut hier nichts zur Sache, leider.

Für mich wäre es kein Problem, Renner aufzunehmen, das Verteufeln von Rennern finde ich furchtbar, ich sehe, wie sehr meiner gedeiht und wie sie sich freuen wie jeder andere Vogel. Nur eben daß sie nicht fliegen können. Aber ich denke das muß jeder für sich selbst ausmachen, leider.

:wink:
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Beantwortet 2, Jun 2003 von Budgie-Friend (3,980 Punkte)
Hallo,

wurde nicht auch schon mal diskutiert, dass durch das Polyoma-Virus auch andere Krankheiten wie Nierenschäden oder GLS ausgelöst werden können und dass besonders Jungvögel bis zum 2. Lebensjahr gefährdet sind, sich zu infizieren und in dieser Weise zu erkranken.
Ich kann mich daran erinnern, dass dieser Sachverhalt nie eindeutig geklärt wurde.
Gibt es dazu irgendwelche neuen Erkenntnisse.

Lieben Gruß,

Budgie-Friend
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Beantwortet 2, Jun 2003 von kabuske (33,500 Punkte)
Moin Manu,

danke dir - und auch noch mal den anderen - für die ausführlichen Antworten.
Ich habe die Kleine nicht aufgenommen. Mir ist es zu unsicher, mir einen Renner "einzufangen". Ich möchte im Herbst noch einmal Küken haben, und selbst, wenn ich das ausfallen lasse, habe ich derzeit keine Möglichkeit, ein/zwei Vögel einzeln zu setzen. (Ok, da ist der Quarantäneraum, ja. Aber der ist außerhalb der Wohnung - für den Notfall toll, aber doch nur im Notfall.) Ich musste mich also zwischen Aufnahme eines weiteren, potentiell kranken, Vogels und Züchten entscheiden.
Wenn ich denn irgendwann andere räumliche Möglichkeiten habe, würde eine ähnliche Frage vielleicht anders entschieden.

Und: Den Renner kann ich doch nicht verteufeln. Das Hascherl kann doch nichts dafür. Aber die Leute, die mit Rennern lustig weiterbrüten, die muss ich doch nicht mögen, oder? Insofern sind wir uns doch einig.
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Beantwortet 2, Jun 2003 von Manu (65,400 Punkte)
Hallo Budgie-Freund,
gefährdet sind Jungvögel bis zum 21. Lebenstag, danach infizierte Vögel werden keine Renner mehr, da war aber auch schon Stand vor einem halben Jahr.

Und was genau Polyoma nun auslöst ... meine Renner sind topfit, fallen nicht von der Stange und sind nun beide 1 Jahr alt.
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Beantwortet 2, Jun 2003 von Budgie-Friend (3,980 Punkte)
Hallo Manu,

dass diese Vögel keine Renner mehr werden, weiß ich .
Mir geht es um die Gefahr , dass die Vögel sich möglicherweise durch das gleiche Virus andere Krankheiten zuziehen können.
Dies ist wohl noch nicht eindeutig geklärt.

Ich würde deshalb davon absehen, mir einen"vermutlichen" Renner zu holen, um die anderen Vögel nicht zu gefährden.
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Beantwortet 2, Jun 2003 von Manu (65,400 Punkte)
Wie gesagt, daß muß jeder selbst entscheiden. Jedoch sieht man ja einem adulten Tier nicht an, ob es das Virus trägt oder nicht, das ist die Krux an dem Ganzen!
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Beantwortet 2, Jun 2003 von Meike (43,440 Punkte)
Hallo,

daß Polyoma selbst nicht Auslöser für GLS und andere Scherze dieser Art ist, ist eigentlich schon recht klar. Für GLS zum Beispiel ist inzwischen ganz klar das Megabakterium als Erreger identifiziert.

Dennoch ist es so, daß sich auf dem Boden einer Viruserkrankung leichter Sekundärinfektionen bilden können. Sogesehen kann man aber allerhöchtstens sagen, daß Polyoma Sekundärerkrankungen wie GLS oder Ähnliches begünstigen kann, sie aber mitnichten auslöst.
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Beantwortet 2, Jun 2003 von Budgie-Friend (3,980 Punkte)
Danke für die Info, Meike, genau das war meine Frage.
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Beantwortet 2, Jun 2003 von Manu (65,400 Punkte)
Man kann das Ganze in der Beziehung ein wenig mit AIDS vergleichen, es schwächt das Imunsystem. Und daurch haben Krankheiten ein leichteres Spiel.
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Beantwortet 2, Jun 2003 von Meike (43,440 Punkte)
Jein, Manu. So toll ist der Vergleich nicht. Denn HIV macht das Immunsystem bzw. Zellen des Immunsystems systematisch kaputt, und dadurch entsteht dann diese riesige Infektionsanfälligkeit, die letztendlich zum Tod führt.

"Normale" Viruserkrankungen schwächen das Immunsystem nicht durch Zerstörung, sondern damit, daß sie es über Gebühr beschäftigen und so andere Keime ein leichteres Spiel beim Eindringen in den Organismus haben.
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Beantwortet 2, Jun 2003 von Manu (65,400 Punkte)
Ich habe ja auch geschrieben "ein wenig" und daß es das Imunsystem schwächt, denn durch das über Gebühr belasten wird es schwächer.
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